Autor: Karl W. P. Beyer

25.07.2012 - Bislang glaubten wir immer, dass spezielle Schiffsklassifizierungsfirmen wie der Germanische Lloyd, Det Norske Veritas oder das Bureau Veritas den Neubau und die Überprüfung fahrender Schiffe mit ihrem Expertenwissen begleiten würden. Nun wissen wir es jedoch besser. Der ADAC bewertet neben Autobahnraststätten oder Autofähren im Mittelmeer neuerdings auch die Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen. Bei einer im Mittelmeer vorgenommenen „Stichprobe“ zur Sicherheit auf zehn Kreuzfahrtschiffen fanden die unabhängigen ADAC-Prüfer Folgendes heraus.

Die getesteten Schiffe waren durchweg in einem guten oder sehr guten Zustand.

Auf allen Schiffen gibt es moderne Sicherheits-, Rettungs- und Brandschutzeinrichtungen. Die Crews seien in den meisten Fällen zu professionellem und routinierten Handeln befähigt.

Feuerbrigade auf der Mariner of the Seas

Verbesserungspotenzial gäbe es in der Umsetzung und Handhabung der Sicherheitsstandards. Auf vier der überprüften Schiffe (einmal NCL, zweimal MSC und einmal Royal Caribbean) gaben die vorgeschriebenen Seenotrettungsübungen Grund zur Beanstandung. Sie liefen offenbar oberflächlich ab und Rettungsgerät war nicht allgemein zugänglich.

Bemängelt wird vor allem, dass bei fünf der zehn Schiffe während der Fahrt die unterhalb der Wasserlinie liegenden Schotten geöffnet blieben, um auf diese Weise Arbeitsabläufe an Bord der Schiffe zu erleichtern. Dabei stützen sich die Schiffsleitungen auf Ausnahmegenehmigungen ihrer Flaggenstaaten. Im Havariefall können offene Schotten zu schwerwiegenden Problemen führen.

Die Bestnote Sehr gut erhielten die AIDAbella und die AIDAdiva. Bei Letzterer „hakte“ es allerdings ein wenig am Sicherheitsmanagement. Gute Noten erhielten die Costa Fascinosa, die Adventure of the Seas, die Norwegian Epic, die MSC Fantasia, die Navigator of the Seas, die MSC Orchestra und die MSC Splendida. Der Kapitän der Costa Serena verweigerte nach Rücksprache mit der Reederei die Zusammenarbeit mit den Testern.