Autor: Karl W. P. Beyer

14.08.2012 – Kreuzfahrer ärgern sich dann und wann bei Hafenliegezeiten über die damit verbundenen und häufig gut sichtbaren Schiffsemissionen. Die Nichtkreuzfahrer tun es sowieso. Auch im Hafen benötigt ein Kreuzfahrtschiff eine Menge Strom, um die bordeigenen Systeme am Laufen zu halten.

Die Schiffsmaschinen produzieren laufend Energie; die dabei entstehenden Emissionen werden in die Umwelt geblasen.

Das soll sich bei der AIDAsol, dem achten Schiff der AIDA-Flotte, zukünftig in Hamburg ändern. AIDA setzt ab Sommer 2013 auf Landstromversorgung. Die Reederei hat gemeinsam mit Partnern ein Projekt für eine energieschonende und emissionsreduzierende Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen während der Liegezeit in Hamburg entwickelt.

Das Konzept sieht wie folgt aus: Auf einer schwimmenden LNG Hybrid Barge (einem Leichter) erzeugen Blockheizkraftwerksmotoren und Generatoren durch Verbrennung von Flüssiggas Energie. Der auf diese Weise gewonnene Strom wird anschließend in das Bordnetz eingespeist.

Das bedeutet, dass zukünftig während der Hafenliegezeit in Hamburg keine Schwefeloxide mehr durch Verbrennen von Marinediesel anfallen. Der Ausstoß von Stickoxiden und Kohlendioxid wird stark reduziert. Überschussenergie wird vom Hamburger Energieversorger E.ON Hanse Wärme abgenommen und ins Landnetz eingespeist. Das Energiesystem könnte so aussehen:

LNG Hybrid Barge
Foto: AIDA Cruises