Autor: Karl W. P. Beyer

07.11.2018 – Das Carnival-Tochterunternehmen Costa Crociere ist seit Langem in China erfolgreich tätig. Unter dem Namen CSSC Carnival Cruise Shipping Limited startete Carnival gemeinsam mit der China State Shipbuilding Corporation ein Kreuzfahrt-Joint-Venture. Begonnen wird mit zwei alten Costa-Schiffen. Außerdem lässt der Newcomer fürs Erste zwei Kreuzfahrtschiffe in China unter Mitwirkung der italienischen Fincantieri-Gruppe bauen.

Nur zwei Prozent der 142 Millionen chinesischen Outbound-Reisenden unternahmen im Jahr 2017 Kreuzfahrten. Die Kreuzfahrtbranche ist jedoch überzeugt, dass China beste Chancen hat, zum weltgrößten Kreuzfahrtmarkt aufzusteigen. Es ist nur folgerichtig, wenn Carnival, das weltweit größte Freizeit- und Reiseunternehmen, neben den Aktivitäten einzelner Gruppenunternehmen zukünftig mit Joint-Venture-Schiffen Flagge in China zeigt. In Ergänzung dazu wird die Costa-Gruppe in 2019 und 2020 zwei speziell für China entwickelte Kreuzfahrtschiffe einsetzen. Begonnen wird im Frühjahr 2019 mit der Costa Venezia.

Carnival Sunshine vor Grand Turk

Carnival Sunshine vor Grand Turk


Das erste in das Joint-Venture einzubringende Schiff ist die Costa Atlantica. Ihr Schwesterschiff, die Costa Mediterranea, folgt später nach.

Costa Mediterranea in Venedig

Costa Mediterranea in Venedig


Die beiden geplanten Neubauten werden in Shanghai gebaut. Das erste Schiff soll 2023 ausgeliefert werden. Damit es keine unliebsamen Überraschungen gibt, versichert sich das Gemeinschaftsunternehmen der Assistenz des global operierenden Schiffsbauers Fincantieri S.p.A. Der wird während des gesamten Schiffbauprozesses die Shanghai-Werft technisch und projektbezogen unterstützen sowie eine Technologielizenz für die Schiffsmodell-Plattform garantieren. Die Carnival Corporation sichert ebenfalls zu, ihre umfassende Branchenexpertise zu nutzen, um die Kontrolle und Unterstützung des Schiffbaus vor Ort zu gewährleisten.

An dem soeben finalisierten Gemeinschaftsunternehmen hält Carnival eine nicht näher definierte Minderheitsbeteiligung. Insgesamt präsentiert sich die Carnival-Gruppe mit zehn Marken und derzeit 103 Schiffen. Alle Schiffe verfügen über 234.000 Unterbetten. Zwischen 2018 und 2025 stoßen weitere 22 Kreuzfahrtschiffe zur Carnival-Gruppe.