Die Nöte der internationalen Seeschifffahrt

Die globale Wirtschaft ächzt unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die weltweiten Lieferketten sind gestört, da die Produktion vor allem in chinesischen Fabriken zum Stillstand gekommen ist.

Unternehmen fast aller Branchen sind Existenznöten ausgesetzt. Die Seeschifffahrt, eine Schlüsselbranche, beklagt die weltweit dramatisch sinkenden Ladungsmengen. Und das zu Recht: Infolge der Corona-Krise rechnet die Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Jahr mit einem Absturz des Welthandels um 13 bis 32 Prozent.

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Maersk Line Containerschiff vor Sues


Frachtreedereien geraten unter Druck

Diese Entwicklungen beeinflussen die Schifffahrt. Der Rückgang des Frachtgeschäftes schlägt sich speziell in den Charterraten der Region China nieder. Die Raten sanken zuletzt auf bis zu 2.000 US-Dollar. Vor Weihnachten 2019 lagen sie mit 14.000 bis 18.000 US-Dollar deutlich höher. Bei derartig niedrigen Frachtraten sind die Charterreeder nicht imstande, die Kosten des laufenden Betriebes zu decken. Zeitgleich stehen die Transportpreise unter massivem Druck. Der Baltic Dry Index, eine Maßgröße der Frachtraten für Massengüter wie Getreide, Kohle und Eisenerz, präsentiert sich auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

 

 

Sorgen vor andauernden Produktionsausfällen chinesischer Firmen

Ein Grund für die gesunkenen Frachtraten sind die stark reduzierten chinesischen Importe. China als Werkbank der Welt produziert wegen der durch das Coronavirus bedingten Firmenschließungen deutlich weniger. Folglich werden für die Produktionsprozesse weniger Rohstoffe benötigt. Das chinesische Neujahrsfest, in 2020 wird das Jahr der Ratte begangen, mag die rückläufigen Produktionskennziffern zusätzlich beeinflusst haben. Traditionell verringern sich anlässlich des Neujahrsfestes Chinas Importe. Allerdings steigt die Nachfrage nach Rostoffen und Ladekapazitäten nicht in dem gewohnten Maße an.

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MSC Containerschiff in Neapel


Die Kreuzfahrtindustrie – Leidtragende der Pandemie

Betroffen von dem unerwarteten Lockdown sind ebenfalls die internationalen Kreuzfahrtreedereien. Weltweit liegen mehr als 400 Kreuzfahrtschiffe ohne Beschäftigung auf oder sind damit befasst, Crew-Mitglieder in ihre Heimatländer zurückzubringen. Hauptsächlich von der Krise betroffene deutsche Reedereien sind AIDA Cruises, Hapag Lloyd Cruises, Phoenix Reisen und TUI Cruises. Verschiedene Websites informieren laufend über die News in der Kreuzfahrttouristik.

Containerreedereien vor massiven Problemen

Insbesondere Containerreedereien stehen neben Massengut- und Kreuzfahrtreedereien vor massiven Problemen. Hart trifft das Marktgeschehen die Maersk Line. Der Branchenführer ist ebenso von chinesischen Exporten abhängig wie seine Wettbewerber.

Die Corona-Pandemie zeigt, wie verwundbar selbst weltweit agierende Unternehmen bei derartig großen Krisen sind. Absicherungen tun aus diesem Grund für jeden Berufszweig Not. Mittelständische und kleine Unternehmer sind gehalten, sich unter den gegebenen Umständen intensiv mit möglichen Absicherungen zu beschäftigen. Eine berufliche Haftpflichtversicherung für Selbständige ist empfehlenswert. Eine solche Versicherung sichert Schäden ab, die beispielsweise durch eine Krankheit des Unternehmers entstehen können. Unabdinglich ist es, sich bei solchen Policen im Detail über die Ausschlüsse zu informieren, um spätere, unliebsame Überraschungen zu vermeiden.