Autor: Karl W. P. Beyer

03.02.2014 – Im Normalfall berichtet unser guter alter Freund unermüdlich von seinen Schiffsbeobachtungen auf der westgriechischen Insel Kefalonia. Die etwa 300 km von Athen entfernte Insel wurde am 26. Januar zum Notstandsgebiet erklärt.

Nicht allein wegen der anhaltenden Regenfälle im Dezember ist die zum Haus führende Straße nur noch mit geländegängigen Fahrzeugen einigermaßen passierbar. Ein verheerendes Erdbeben richtete am 26. Januar starke Schäden auf der Insel und auch am Haus unseres Freundes an. Seit einer Woche halten die Beben mit täglich 40 bis 50 Nachbeben an. Am Samstag erreichte eines der Beben dann wieder 6,3 Grad auf der Richterskala. Heute am frühen Morgen folgte ein neues schweres Beben. Es wird gerätselt, wie lange noch das Stromnetz dem Wüten der Natur standhält. 

Kefalonia - Erdbebenfolgen

Die Menschen verlassen nachts die Häuser und schlafen in ihren Autos. Das macht auch der Schiffsbeobachter. Sicher ist sicher. Die beiden Hunde reagieren panisch. Und ehe wir es vergessen: Obwohl wir uns außerhalb der Kreuzfahrtsaison befinden, kann unser Freund schon wieder Schiffe beobachten. Die Marine hat das Versorgungsschiff Prometheus und ein Lazarettschiff nach Kefalonia beordert. Die Fährgesellschaft Anek Lines hat eine ihrer großen Fähren geschickt, auf der bis zu 2.000 Schlafplätze verfügbar sind. Wie beendet der Schiffsbeobachter seine Meldung? „Wollt Ihr euren Freund noch retten, schickt ihm Geld und Zigaretten“. Botschaft vernommen. Leider haben wir weder das Eine noch das Andere. Im Moment können wir nur das Beste hoffen.