Autor: Karl W. P. Beyer

20.08.2012 - Die dritten Hamburg Cruise Days liegen hinter uns. Was haben sie den Veranstaltern gebracht? Zuerst einmal brachten sie einen Besucherrekord. Mehr als eine halbe Million Menschen dürfte es nach Angaben des gut informierten Hamburger Abendblatts zum Hafen und zu den Schiffen gezogen haben.

Allein zur Auslaufparade der fünf teilnehmenden Kreuzfahrtschiffe am Samstagabend sollen sich an die 250.000 Zuschauer zwischen Hafencity und dem Fischmarkt zusammengefunden haben. Die Parade wurde von der Columbus 2 angeführt. Ihr folgten die AIDAmar, die MS Deutschland, die MSC Lirica und die MS Astor von TransOcean. Den Schlusspunkt setzte der Museumsfrachter Cap San Diego.

Cruise Days Columbus 2

Was haben die Hamburg Cruise Days den Besuchern geboten? Am Freitag, dem ersten der drei „tollen Tage“, begeisterte ein Feuerwerk die vielen Schaulustigen. Gestiftet wurde es von MSC Kreuzfahrten, die am Samstag mit der MSC Lirica bei den Cruise Days vertreten waren. MSC trat in diesem Jahr als offizieller Partner und Sponsor der Hamburg Cruise Days auf.

Keine schlechte Idee wäre es gewesen, eine Barkassenfahrt zu unternehmen, um den Cruisern von der Wasserseite her nahe zu kommen. Leider war die Nachfrage so groß, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten. Während die Kreuzfahrtschiffe an ihren Plätzen lagen, gab es auf dem Wasser ein großes Gewimmel. Jachten, Traditionssegler, der Eisbrecher Stettin und vieles mehr begeisterten die Sehleute.

Cruise Days - Briggs Morgenster und Mercedes

Die Chronistenpflicht erfordert es, zwei andere Kreuzfahrtschiffe zu erwähnen. Anlässlich der Hamburg Cruise Days liefen die AIDAluna und die Queen Mary 2 den Hafen an. Vor allem sie sieht man nicht alle Tage. Die Fans der Queen Mary 2 zögerten nicht, in Scharen zum Liegeplatz in der Hafencity zu pilgern.

Cruise Days - Queen Mary 2

Ein vielfältiges Landprogramm zwischen der Hafencity und Altona trug zur Unterhaltung der Besucher bei. Auf Bühnen wurden Entertainment und Musik geboten. Kleingewerbe und Kunstschaffende waren ebenso präsent wie Infostände und Würstchenbuden. Am Unileverhaus vergnügten sich Junge und Alte bei einem bekannten Nudelhersteller mit dem Ballwerfen auf Dosen. Nebenan lockte ein bekannter Würstchenhersteller mit einem Fahrradparcours für die Kleinen.

Highlights der Cruise Days waren zum einen die eingangs beschriebene Flottenparade, das Feuerwerk und die Lichtinstallationen von „Blue Port“. Hierzu hört man, dass der Lichtkünstler Michael Batz wie vor zwei Jahren erneut auf einem hohen finanziellen Defizit sitzen bleiben wird. - Der Hafen wurde in diesem Jahr in der Zeit vom 13. bis 19. August blau illuminiert. Das sah nett aus, nährt aber offensichtlich den Mann nicht. Hamburg Marketing leistete einen wichtigen finanziellen Beitrag, der allein jedoch nicht ausreichte.

Pünktlich zu den Cruise Days erinnerte der Nabu erneut an die Umweltschädlichkeit der Kreuzfahrtschiffe. Über die Handelsschifffahrt, die mit weit mehr Schiffseinheiten zur Verschmutzung beiträgt wurde nicht gesprochen. Man hatte nicht den Eindruck, dass dieses Statement einen der Besucher des bunten Treibens gestört hätte.

Dem auswärtigen Gast erschließt es sich dagegen nicht, weshalb neben den Cruise Days am Sonntag noch die Cyclassics stattfinden mussten. Die hierdurch bedingten Verkehrsstaus waren überaus lästig. Hervorzuheben ist die vorbildliche Hilfsbereitschaft einzelner Polizeibeamter, die dem entnervten Berichterstatter mit so gutem Rat zur Seite standen, dass er noch die vereinbarten Termine einhalten konnte. Hierfür herzlichen Dank.