24. März. 2020 – Kreuzfahrten und Corona

Kreuzfahrten und Corona - Aktuell


Das Corona-Virus belastet nahezu jeden Wirtschaftszweig. Betroffen sind Kreuzfahrtunternehmen, die wenigen an Bord der Kreuzfahrtschiffe verbliebenen Passagiere, Zielhäfen, Hafenagenten und … und … Unsere regelmäßige Kolumne fasst aktuelle Themen des Kreuzfahrtmarktes zusammen.

27.03.2020

 Costa Crociere: flexiblere Umbuchungsbedingungen für Neubuchungen

Die Not ist groß! Costa Kreuzfahrten offeriert Reisenden für Einzelplatz-Neubuchungen bis zum 30. Juni 2020 flexible Umbuchungsmöglichkeiten. Alle Kreuzfahrten mit Reiseende bis November 2020 können unabhängig vom gebuchten Tarif kostenlos einmal auf einen anderen Termin umgebucht werden – und das bis zu 48 Stunden vor der Abreise. Danach ist die neugebuchte Kreuzfahrt innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem ursprünglich gebuchten Abreisedatum anzutreten.

Costa Crociere - Costa Fortuna

Costa Crociere - Costa Fortuna


Für bestehende Einzelplatzbuchungen mit Abreisen bis Ende Juni 2020 werden einmalige, kostenlose Umbuchungen auf eine andere Costa Kreuzfahrt mit Abfahrt bis Februar 2021 zugelassen. Umbuchende Gäste erhalten zusätzlich ein Bordguthaben von 100 Euro für jeden Vollzahler (nicht für Kinder und 3./ 4. Bett). Die kostenlose Umbuchung hat spätestens bis zum 15. Mai 2020 zu erfolgen. Bei der Buchung von Balkonkabinen werden bis zum 9. April in vielen Fahrgebieten spezielle, preisgünstige Angebote unterbreitet.

Der Schiffsbetrieb bleibt bei Costa bis zum 30. April ausgesetzt.

 Gutscheinregelungen geraten in die Kritik

Offenbar plant die Bundesregierung, Reisende bei abgesagten Flügen und Pauschalreisen mit Gutscheinen abzufinden. In Zeiten der Corona-Krise würde die Erstattungspflicht die Liquidität der Veranstalter stark belasten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband moniert diese von Branchenvertretern geforderten Regelungen. Bislang wurde Kunden bei abgesagten Flügen und Reisen Bargeld erstattet. Die Verbraucherschützer empfinden die Überlegungen zur Absicherung der Fluggesellschaften und Reiseveranstalter als „eine nicht zu verantwortende soziale Härte für Menschen mit kleinen Einkommen“.

 P&O-Kreuzfahrtschiff IONA wird in Bremerhaven fertiggestellt

Gestern wurde bekannt, dass die Papenburger MEYER Werft das neue Kreuzfahrtschiff IONA – es liegt in Bremerhaven an der Columbuskaje – unter strikten Schutzauflagen weiter ausrüsten darf. Abschließende Arbeiten an Schiffsneubauten der MEYER Werft in Bremerhaven sind üblich. Unter Epidemie-Bedingungen wurde allerdings der Strom von Mitarbeitern und Gütern zwischen Papenburg und Bremerhaven als gefährdend empfunden. Nach Vorlage eines belastbaren Konzepts wurde es der Werft nunmehr gestattet, das Kreuzfahrtschiff an der Columbuskaje fertigzustellen.

26.03.2020 

 Cruise Gate Hamburg leidet unter der Corona-Pandemie

Bis auf wenige Ausnahmen, unterwegs befindliche Schiffe, sind Kreuzfahrten weltweit zum Erliegen gekommen. Dadurch entsteht den Kreuzfahrt-Unternehmen ein bislang nicht einzuschätzender Schaden. Aber nicht allein Reedereien leiden unter der Ausnahmesituation: Die Betreiber der Kreuzfahrtterminals sowie deren externe Partner stehen ebenfalls vor existenziellen Problemen. Ein Blick auf die geplanten Schiffsanläufe des Cruise Gate Hamburg, Betreiber der Hamburger Kreuzfahrtterminals, zeigt Folgendes: Bis zum 30. April sind alle Anläufe von Kreuzfahrtschiffen in Hamburg abgesagt. Erst vom 1. Mai an erwartet das Cruise Gate Hamburg Schiffsankünfte. Am 1. Mai 2020 wird die AIDAdiva erwartet.

 MSC Magnifica bricht Weiterfahrt nach Dubai ab

Australiens Häfen sind für Kreuzfahrtschiffe geschlossen. Die MSC Magnifica bunkerte am Dienstag dieser Woche in Freemantle/Perth Treibstoff. Danach war die Weiterreise nach Dubai geplant. Das Schiff kehrte jedoch um, nachdem das Emirat Dubai dem Schiff das Anlegen verbot. Australien sperrt sich gegen Kreuzfahrtschiffe, da ein Viertel aller Corona-Fälle mit der Ankunft von Kreuzfahrtpassagieren in Verbindung gebracht wird. Die Situation der MS Artania von Phoenix Reisen – das Schiff liegt ebenfalls vor Freemantle auf Reede – steht ebenfalls in den Sternen.

MSC Magnifica in Katakolon

MSC Magnifica in Katakolon


 MS Zaandam – Lage weiter ungewiss

Die Holland America Line schickt die in Puerto Vallarta aufliegende MS Rotterdam der MS Zaandam entgegen. MS Zaandam ist auf dem Weg nach Fort Lauderdale. Einige Gäste und Crew-Mitglieder weisen grippeähnliche Symptome auf. MS Rotterdam versorgt MS Zaandam mit Lebensmitteln, Crew-Mitgliedern, COVID-19 Test Kits und anderen Bedarfsartikeln. Noch ist unklar, ob der Zaandam die Passage des Panamakanals gestattet wird.

 Flusskreuzfahrten fallen in den USA aus

Die American Queen Steamboat Company (AQSC) sowie die Victory Cruise Lines teilen mit, dass sie vorübergehend den Betrieb ihrer Fluss-Kreuzfahrtschiffe bis zum 16. bzw. 17. Mai 2020 aussetzen. Beide Reedereien bieten den von Stornierungen betroffenen Passagieren zur Kompensation die Rückerstattung der Passagekosten oder 125%ige Future Cruise Credits an.

Fluss-Kreuzfahrtschiff American Empress (AQSC) in Astoria/Oregon

Fluss-Kreuzfahrtschiff American Empress (AQSC) in Astoria/Oregon 


25.03.2020

 Phoenix Reisen – MS Artania – sieben Personen positiv auf Corona-Viren getestet

25 an Bord befindliche Personen weisen Krankheitssymptome auf. Die örtlichen Gesundheitsbehörden im australischen Freemantle haben heute morgen, australische Zeit, neun Personen mit Krankheitssymptomen auf Corona-Viren getestet. Bei sieben der neun Getesteten fiel das Ergebnis positiv aus.

Die Reederei und Phoenix Reisen stehen in Kontakt mit dem Auswärtigen Amt sowie der Deutschen Botschaft in Australien, um eine sichere Rückreise aller Gäste organisieren zu können.

 Phoenix Reisen – MS Artania liegt vor Freemantle und wartet auf Virentest

Am 13. März startete MS Artania in Sydney/Australien zu ihrer Reise „Südseezauber zwischen Australien und Peru". Die Fahrt dauert nach Plan vom 13.03. bis zum 10.04.2020. Nachdem am 15. März bekannt wurde, dass Häfen in der Südsee für Kreuzfahrtschiffe geschlossen wurden, stellte Phoenix des den Schiffsgästen anheim das Schiff per organisiertem Rückflug zu verlassen. Am 16. März nutzten 199 Gäste diese Option, 832 Passagiere blieben an Bord. Zur Zeit liegt MS Artania vor Freemantle auf Reede.

Obwohl bei allen Gästen und Crewmitgliedern aus Sicherheitsgründen täglich die Körpertemperatur gemessen und Informationen zum Wohlbefinden abgefragt werden, haben Gesundheitsbehörden von Freemantle zehn Mitreisende auf Corona-Viren getestet. Das Ergebnis liegt voraussichtlich heute Abend, australischer Zeit, vor.

 Royal Caribbean verlängert Betriebsunterbrechung

Der Vorstand der Royal Caribbean Cruises Ltd. hat entschieden, die Kreuzfahrten der gesamten Flotte bis zum 12. Mai 2020 auszusetzen. Wegen der angekündigten Hafenschließungen werden Abfahrten nach Alaska, Kanada und Neuengland voraussichtlich ab dem 1. Juli 2020 wieder aufgenommen. Royal Caribbean bedauert die daraus folgenden Unannehmlichkeiten für die Passagiere. Die von den Unterbrechungen betroffenen Gäste werden kontaktiert.

Royal Caribbean - Grandeur of the Seas

Royal Caribbean - Grandeur of the Seas


 AIDA Cruises – wie die Mutter so die Tochter

AIDA unterbricht den Kreuzfahrtbetrieb bis zum 30. April 2020. Das Unternehmen begründet die Maßnahme mit der weltweiten Reisewarnung der Bundesregierung. Die Warnung gilt bis zum 30. April 2020. Folglich setzt AIDA Cruises sämtliche Reisen mit Reisebeginn 04. April 2020 bis einschließlich 30. April 2020 aus. Gäste, die in diesem Zeitraum eine Reise mit AIDA geplant haben, werden von AIDA informiert.

 

 

24.03.2020

Royal-Caribbean Cruises sichert sich zusätzliche Liquidität

Zur Liquiditätssicherung zapft Royal-Caribbean Cruises den Kapitalmarkt an. Für einen Zeitraum von 364 Tagen organisiert das weltweit zweitgrößte Kreuzfahrt-Unternehmen eine Kreditlinie in Höhe von 2,2 Milliarden-US-Dollar. Nach Unternehmensangaben steigen dank der Maßnahme die flüssigen Mittel auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Die Linie darf um ein Jahr verlängert werden.

San Diego gibt Kreuzfahrt-Reedereien strikte Verhaltensregeln

Zum Schutz der öffentlichen Gesundheit erlässt die kalifornische Hafenstadt für Kreuzfahrt-Reedereien strikte Vorschriften. Die gelten für zwei bevorstehende Anläufe von Schiffen der Holland America Line und Celebrity Cruises: Die Auflagen beinhalten:

Die Anzeigepflicht für jedwede Krankheitssymptome an Bord der Schiffe bei Passagieren und Crew-Mitgliedern.
Die Anzeigepflicht, wie viele Crew-Mitglieder das Schiff wegen Auslaufens ihrer Kontrakte verlassen.
Crew-Mitglieder mit laufenden Kontrakten dürfen in San Diego ihre Schiffe nicht verlassen.

San Diego Waterfront

San Diego Waterfront


In der Bucht von San Diego liegen fünf Kreuzfahrtschiffe auf

Ohne Beschäftigung sind die Regent Seven Seas Splendor, die Disney Wonder, die Celebrity Millennium, die MS Oosterdam sowie die MS Westerdam.

MS Zaandam – der „fliegende Holländer“

Auf dem Weg von Buenos Aires nach San Antonio/Chile meldete die Schiffsführung der MS Zaandam 13 kranke Passagiere sowie 29 erkrankte Besatzungsmitglieder. Alle leiden an grippeähnlichen Symptomen. Aus Sicherheitsgründen bleiben die Schiffsgäste in ihren Kabinen. Dort werden sie mit Essen versorgt. Die öffentlichen Räume an Bord wurden geschlossen. Geplant war, die Passagiere in Punta Arenas/Chile auszuschiffen. Chile verweigerte kurzfristig die Ausschiffung. Die Reederei bemüht sich, eine Durchfahrterlaubnis für den Panamakanal zu erhalten, um die Passagiere am 30. März in Fort Lauderdale/Florida anzulanden.

MS Zaandam in Vancouver

MS Zaandam in Vancouver


Costa setzt Kreuzfahrten bis zum 30. April 2020 aus

Costa Crociere verlängert die Aussetzung seiner Kreuzfahrten bis zum 30. April 2020. Die aktuell laufenden Kreuzfahrten werden planmäßig zu Ende gebracht.

Norwegian Jewel bringt Schiffsgäste in Honolulu von Bord

Gestern wurde damit begonnen, Passagiere der Norwegian Jewel in Honolulu/Hawaii auszuschiffen. Die Jewel war das letzte Schiff der Norwegian Cruise Line mit Passagieren an Bord. Alle NCL-Schiffe sind bis zum Ende der Beschränkungen stillgelegt.