Autor: Karl W. P. Beyer

02.09.2014 – Die ARD und einige ausländische Medien melden, dass möglicherweise Norwegian Cruise Line (NCL) den im Luxussegment unterwegs befindlichen Mitbewerber Prestige Cruises International übernehmen möchte. Noch in dieser Woche könnte über ein Zusammengehen beider Reedereien befunden werden.

Mit den Verhandlungen befasste Personen deuten an, dass bereits in dieser Woche Modalitäten einer Übernahme bekannt gegeben werden könnten. Allerdings sei es auch möglich, dass die Verhandlungen über den Merger abgebrochen würden. Dass es konkrete Gespräche gibt, leitet sich aus der Gesellschafterstruktur beider Gesellschaften ab. Das Private-Equity-Unternehmen Apollo Global Management ist an beiden Reedereien maßgeblich beteiligt.

NCL - Norwegian Epic vor Barcelona

Carnival, Royal Caribbean und NCL decken mit ihren Schiffen derzeit mehr als 80 Prozent des US-Amerikanischen Marktes ab. Die beiden erstgenannten Reedereien können Gästen mit hohem Anspruchsdenken jederzeit Schiffe im Luxussegment anbieten. Das gilt jedoch nicht für Norwegian Cruise Line. Deren Gäste müssen sich mit luxuriösen Suiten an Bord der 14 Massenschiffe „bescheiden“. Um mit den Mitbewerbern gleichzuziehen, wäre es sinnvoll, einen führenden Repräsentanten des Luxussegments an Bord zu holen.

Diese Aufgabe könnte Prestige Cruises übernehmen. Unter den Marken Oceania und Regent werden fünf bzw. drei Luxusschiffe betrieben. Regent hat außerdem bei Fincantieri ein weiteres Schiff, die Seven Seas Explorer, geordert. Das soll im Jahr 2016 übernommen werden.

Oceania Cruises - Riviera vor Argostoli

NCL meldete für das Jahr 2013 Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar. Bei Prestige Cruises waren es 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme des Mitbewerbers könnte NCL 3 Milliarden US-Dollar kosten. Beide Unternehmen sind in Miami ansässig. Es passt dem Anschein nach vieles zusammen. Während Sprecher beider Reedereien nicht auf Anfragen reagierten, lehnte Apollo einen Kommentar ab.

Regent - Seven Seas Voyager in Funchal

Für die kommenden Jahre wird erwartet, dass einkommensstarke Bevölkerungsschichten in den Emerging Markets China und Indien Interesse an Kreuzfahrten finden. Da macht es für die global operierenden Kreuzfahrtunternehmen Sinn, sich frühzeitig zu positionieren.