MS Delphin

MS Delphin: Totgesagte leben länger

22.11.2017 – Deutsche Kreuzfahrer werden sich vermutlich gern an die MS Delphin erinnern. Häufig wechselten deren Betreiber. Zuletzt lag das Schiff vor Rijeka auf. Nun hat sich mit Alteza Cruises Line Argentina offenbar ein neuer Betreiber gefunden. Ab Februar 2018 soll die Delphin unter Alteza-Flagge fahren

MS Delphin vor Kiel

MS Delphin vor Kiel


Als Autofähre von der Wärtsilä-Werft in Turku gebaut und 1975 in Dienst gestellt, 1986 zum Kreuzfahrtschiff umgebaut, hieß das 157-Meter-Schiff zuerst Belorussiya, später Kazakhstan II und zuletzt Delphin. Seit 1996 fuhr die Delphin durchgehend für diverse Anbieter im deutschsprachigen Markt. Nach der Insolvenz des Veranstalters Delphin Kreuzfahrten Ende 2010 begann sich das Karussell schneller zu drehen. Der Eigner wechselte, und nach letzten Bemühungen am deutschen Markt wurde die Delphin ab Sommer 2015 in Rijeka als Wohnschiff verwendet. Schließlich bot in der Sommersaison 2016 ein türkischer Reiseveranstalter vom türkischen Badeort Cesme aus Kreuzfahrten mit der Delphin zu griechischen Destinationen an. - Besonders Hellhörige spekulierten zwischendurch auch über eine Verschrottung des nunmehr 42 Jahre alten Schiffs. Doch das war offenbar zu kurz gedacht, die Delphin gibt es noch immer. VesselFinder.com verortet das Schiff aktuell unter seinem Liegeplatz in Rijeka.

MS Delphin - PoolbereichMS Delphin - Poolbereich


Nun ist dem Schiff ein weiteres Leben beschieden. Die in Buenos Aires ansässige Alteza Cruises Line Argentina setzt die Delphin als 5-Sterne Premium-Kreuzfahrtschiff für 6-tägige Kreuzfahrten im Raum Südamerika ein. Die Einstufung scheint uns sehr weit gefasst zu sein. Viele Reisen sind als Themen-Kreuzfahrten (Tango, Heilige Woche, Weinschiff, Mode oder Poker) geplant. Die Reisen starten nach vorliegenden Informationen am 7. Februar 2018 ab Buenos Aires. Ursprünglich wollte die Reederei offenbar mit der Vistamar (heute unter dem Namen Med Queen fahrend) ein anderes Schiff chartern, doch die Verhandlungen zur Übernahme des Schiffs scheiterten. Die zweite Wahl fiel auf die Delphin.