MS Deutschland - Alle Reisen abgesagt


20.01.2015 –das Hamburger Abendblatt berichtet heute, dass der Insolvenzverwalter der MS Deutschland sowie die Reederei Peter Deilmann alle Reisen der MS Deutschland abgesagt haben. Die 48 noch im Verwaltungsbereich der Reederei beschäftigten Mitarbeiter erhalten ihre Kündigungen innerhalb der gesetzlichen oder vertraglichen Kündigungsfristen.

Der Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber wird wie folgt zitiert: „Die Verhandlungen mit potentiellen Investoren für das Schiff sind noch immer nicht abgeschlossen. Um den Gästen und Vertriebspartnern Planungsunsicherheit zu geben, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschlossen“. Der zwischengeschaltete Kundengeldabsicherer wird in den kommenden Tagen Schadenformulare aussenden, um jene Kunden zu entschädigen, die bereits Zahlungen geleistet haben.

MS Deutschland in Hamburg

30 der 48 im Verwaltungsbereich tätigen Mitarbeiter werden freigestellt. Hierzu der Insolvenzverwalter: „Ich bedauere diesen Schritt persönlich sehr. Leider fehlt es uns sowohl an Beschäftigung als auch an Geld für Löhne und Gehälter“. Die Sozialplanverhandlungen mit dem Betriebsrat sind noch nicht abgeschlossen. Im Gegensatz zu den Verwaltungsmitarbeitern wird die 50-köpfige Stammbesatzung der MS Deutschland weiter beschäftigt, um den Betrieb des Schiffes sicherzustellen. „Dies ist für Sicherheit und Werterhalt des Schiffes unverzichtbar“.

MS Deutschland

Dies ist wohl das endgültige Aus für die Deilmann Reederei. Das am 11. Mai 1998 von der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG übernommene Schiff, die Baukosten werden mit etwa 110 Millionen € beziffert, dürfte nur weit unter dem Buchwert verkäuflich sein. Die Käufer des Schiffs benötigen sicherlich keinen Standort in Neustadt/Holstein. Außerdem dürfte im Falle eines Verkaufs auch ein Flaggenwechsel anstehen.