MS Deutschland und kein Ende


09.08.2012 – Die never ending story um die MS Deutschland geht weiter. Die Reederei Deilmann erwägt, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte, die Einführung eines freiwilligen Aufschlags.

Die Überlegung der Reederei geht so: Nach dem beigelegten Flaggenstreit könnten die Freunde des Schiffs, aus Freude weiter unter deutscher Flagge fahren zu dürfen, eine Art Solidaritätsbeitrag in Höhe von drei Prozent bezogen auf den Reisepreis zahlen. Dadurch sollten die Mehrkosten gedeckt werden. Allerdings sei in dieser Angelegenheit noch nichts entschieden.

In den letzten Tagen konnten wir namhaften und fachkundigen Medien vor allem Zustimmung zum Verzicht auf die Ausflaggung entnehmen. Dabei wird häufig und gern die Verbindung zum ZDF-Traumschiff hergestellt, das natürlich nur unter deutscher Flagge fahren dürfe.

Warum eigentlich? Die Hochseeschifffahrt ist ein mörderisches Gewerbe. Das gilt auch für Kreuzfahrtschiffe. Bislang hat der Bund erhebliche Subventionen für die Beibehaltung der deutschen Flagge auf deutschen Schiffen gewährt. Werden diese Subventionen nun zurückgefahren, sind seitens der Reeder entsprechende Maßnahmen zu ergreifen um zu überleben. Dazu könnte eine Ausflaggung gehören. Unternehmensführungen sind gezwungen, sich unter schlechten Bedingungen umzuorientieren. Wer das nicht tut, wird vom Markt aussortiert. Die lancierte Meldung deutet nicht auf eine wirkungsvolle Maßnahme hin, durch die ein Unternehmen gesunden könnte. Das Denkmodell ist vielmehr Pfusch.