Norwegian Cruise Line Holdings sucht finanziellen Spielraum

Norwegian Cruise Line Holdings sucht finanziellen Spielraum

06.05.2020 – Die COVID-19-Pandemie setzt allen Kreuzfahrtunternehmen hart zu. Unter den Auswirkungen des Virus leidet ebenfalls die Norwegian Cruise Line Holdings, die Dachgesellschaft der Marken Norwegian Cruise Line, Oceania und Regent Seven Seas Cruises. Im Fokus der Unternehmensgruppe steht zurzeit die Liquiditätssicherung.

Unter dem Einfluss der Corona-Pandemie tut Liquidität in allen Bereichen der Wirtschaft Not. Dies gilt speziell für Fluggesellschaften und Kreuzfahrtunternehmen. Norwegian Cruise Line Holdings ist bemüht, durch unterschiedliche Maßnahmen flüssige Mittel zu generieren. Die Unternehmensgruppe galt bis zuletzt als gewinnstärkste der weltweit aufgestellten Kreuzfahrtgesellschaften. Ohne Liquidität schöpfende Maßnahmen ist der Geschäftserfolg zunehmend gefährdet.

 

 

Die Carnival Corporation setzte zuletzt auf eine nachhaltige Beteiligung des Saudi-Staatsfonds PIF. Norwegian platziert eine bis zum Jahr 2026 laufende Wandelanleihe über 400 Millionen US-Dollar bei der Fondsgesellschaft Catterton Partner. Zur Anwendung kommt mit „payment-in-kind“ die Extremform einer Darlehensfinanzierung. Der Schuldner leistet bis zur Fälligkeit der Anleihe keine Zahlungen an den Gläubiger. Mit anderen Worten: Norwegian und das Gläubigerunternehmen setzen große Hoffnungen auf eine Rückgewinnung alter Fähigkeiten in der Zukunft.

Norwegian Spirit vor Cozumel/Mexiko

Norwegian Spirit vor Cozumel/Mexiko


Bei Vorlage der Quartalszahlen per 31. März 2020 konstatiert die Holding einen operativen Verlust. Der Ausblick auf das Ende des Geschäftsjahres per 31. Dezember geht ebenfalls von einer Verlustsituation aus. Das Unternehmen sieht sich daher zur Generierung zusätzlicher finanzieller Mittel genötigt. Norwegian hat allein für das laufende Jahr 515 Millionen US-Dollar Einsparungsmöglichkeiten bei Neubauten von Schiffen definiert. Weiterhin wird nach Wegen gesucht, die operativen Kosten und Geldabflüsse der Gruppe zu senken. Dazu zählen Kosten der Schiffe einschließlich Treibstoff, Versicherungen, Hafengebühren, reduzierte Mannschaftsstärken, Personalkosten, etc. Die Schiffe werden auf einen „cold lay-up“ vorbereitet. Die Maßnahme bedeutet, dass Schiffe ausschließlich mit Energie für Notfälle (Licht, Winden, Feuerlöschsysteme) versorgt werden. Zum Umfang dieser Einsparungsmöglichkeiten schweigt sich das Unternehmen aus.

Sorgen bereitet Norwegian überdies die Neigung der gebuchten Passagiere, sich die gezahlten Reisepreise rückerstatten zu lassen. Die Rückerstattungen schränken die Liquidität zusätzlich ein. Gespräche mit Kreditkartenorganisationen zu diesem Sachverhalt hätten gezeigt, dass diese nach zusätzlichen Sicherheiten, z. B. Schiffen, fragten. Ohne Zweifel: Die Zeiten sind hart!