Quantum of the Seas ist das Smartship


26.08.2014 – Vor wenigen Tagen hat die Quantum of the Seas das Baudock 2 der Meyer Werft in Papenburg verlassen. Nun liegt sie am Ausrüstungspier der Werft, um ihrer Vollendung entgegenzugehen. Fein dosiert stellt Royal Caribbean International die technischen Neuerungen vor, um das im Spätherbst in Dienst gehende Kreuzfahrtschiff als achtes Weltwunder der Kreuzschifffahrt erscheinen zu lassen.

Faszinierende Technik im Großen und Kleinen wird den Gästen versprochen. Über den über die Bordwand ausschwenkbaren und circa 90 Meter Höhe erreichenden „Northstar“ wurde bereits berichtet. Auch weniger auffällige Innovationen gibt es. Sie sollen den Gästen das „Urlaubserlebnis“ an Bord erleichtern und optimieren helfen.

Quantum of the Seas - North Star in AktionFoto: Quantum of the Seas©Royal Caribbean International 

Die Boarding-Zeiten sollen signifikant verbessert werden. Dazu wird die Erfassung der persönlichen Daten auf den Gast verlagert. Die Reederei setzt voraus, dass Gäste die Boarding-Dokumente zuhause online abrufen, ihr eigenes ID-Foto hochladen um danach die digitale Boarding-Bestätigung zu erhalten. Die Warteschlangen am Check-in-Schalter sollen somit der Vergangenheit angehören.

Offenbar hat die gewohnte Schlüsselkarte ausgedient. Gäste erhalten Armbänder, die als Kabinenschlüssel fungieren und die über Radio-Frequenz-Identifizierung helfen sollen, mit der Fingerspitze den Aufenthalt an Bord zu „managen“.

Es versteht sich, dass die elektronische Aufrüstung über den Zutritt zu den Kabinen hinausreicht. Mittels des „Cruise-Planners“ sollen die Gäste sich über Bordrestaurants, Landausflüge und Wellnessbehandlungen informieren können, um danach ihre diesbezüglichen Aktivitäten möglichst schon von zuhause aus zu buchen. Keine Sorge; auch an Bord lässt sich das Versäumte leicht nachholen. - Und dann wäre da noch die „Royal iQ“, die als Download-App oder an iQ-Stationen an Bord den Gästen helfen soll, „viele Details ihrer Kreuzfahrt zu steuern“. Eine Kalenderfunktion zeigt die Inhalte des Tagesprogramms an und ermöglicht selbstverständlich sofortige Buchungen. Telefon- und SMS-Funktionen dürfen in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch nicht fehlen.

Quantum of the Seas - Das SmartshipFoto: Quantum of the Seas©Royal Caribbean International 

Neue Apps präsentieren der Crew den Gast mit seinen persönlichen Vorlieben. Der Gästeservice soll auf diese Weise optimiert werden. Die Kehrseite der Medaille ist, dass der Gast in einem noch nie da gewesenen Maß analysiert wird. Dabei hilft das einmalig schnelle Internet. Royal Caribbean nutzt die Satelliten von O3b und wünscht sich, dass die Gäste ihre Royal-Caribbean-Erlebnisse spontan mit Dritten teilen.

Da überrascht es kaum noch, wenn in der „Bionic Bar“ Roboter-Bartender die Getränke mixen. Einfach einem „Tablet“ den Getränkewunsch anvertrauen und schon arbeitet die Technik. Roboter versehen auch im mehrstöckigen Event-Raum „Two 70“ ihren Dienst. Eine Truppe von sechs „Roboscreens“ soll während der Kreuzfahrt „Überraschungsauftritte“ inszenieren.

Interessant dürfte es für die Passagiere der Innenkabinen werden, wenn über 79-Zoll-Monitore Ansichten und Geräusche von außen in die Kabine projiziert werden. Royal Caribbean spricht von „virtuellen Balkonen“.

Last, but not least, auch für die Umwelt wurde etwas getan. Durch effizientere Konstruktion des Schiffsrumpfs, der Motoren und den Einsatz von LED-Leuchtmitteln oder Leuchtstoffröhren und Bewegungsmeldern wird Energie gespart.

So also soll die schöne neue Kreuzfahrtwelt aussehen. Hoffen wir, dass Hacker die Quantum of the Seas nicht als lohnendes Ziel von Cyber-Attacken für sich entdecken.