Autor: Karl W. P. Beyer

21.03.2019 – Royal Caribbeans jüngster Neubau, die Spectrum of the Seas, verließ gestern in den Morgenstunden den Werfthafen der Papenburger MEYER WERFT. Die anschließende Emspassage schloss das Kreuzfahrtschiff am heutigen Donnerstag im niederländischen Eemshaven vor Borkum ab.

Die Spectrum of the Seas, Royal Caribbeans viertes Schiff der Quantum-Klasse mit der Baunummer S.700, misst 347 Meter in der Länge und 41,40 Meter in der Breite. Vermessen ist es gemäß Werftangaben mit 168.666 BRZ. Das Schiff soll etwa 4.200 Passagieren Platz bieten.

Es erfordert Fingerspitzengefühl und viel Geduld, ein solches Riesenschiff durch die Ems zu bugsieren. Ursprünglich sollte die von zwei Schleppern assistierte Emspassage zwölf Stunden früher beginnen. Aufgrund der Wasserstände der Ems musste der Start allerdings verschoben werden. Für die Fahrt auf der aufgestauten Ems waren 24 Stunden vorgesehen.

Spectrum of the Seas am Werftkai

Spectrum of the Seas am Werftkai © 2019 MEYER WERFT GmbH & Co. KG


Die Überführung vom Werfthafen zur Nordsee wurde durch zu viel Wasser in der Ems beeinträchtigt. Hohe Oberwasserzuflüsse zwangen dazu, die Tore des Emssperrwerks zwischendurch zu öffnen, um den Pegel abzusenken. An sich hätte der höhere Wasserstand zwar die Emspassage erleichtert, mit Rücksicht auf brütende Vogelarten darf die Ems in dieser Jahreszeit nur bis 2,70 Meter über Normalnull aufgestaut werden. Viele Schaulustige verfolgten das spektakuläre Manöver.

Umweltschützer kritisieren derartige Schiffsüberführungen generell wegen der auftretenden Belastungen für den Fluss und seine Ufer. Die Arbeitnehmer der MEYER WERFT und deren Zulieferbetriebe sehen derartige Prozeduren möglicherweise in einem anderen Licht als die Kritiker.