Viele Besucher Venedigs fordern seit Jahren die Reduzierung der Kreuzfahrtschiffe, die den Giudecca-Kanal durchfahren. Nach Meldungen des römischen Verkehrsministeriums wurde nun eine einvernehmliche Lösung gefunden.

Es beeindruckt durchaus, eines der großen Kreuzfahrtschiffe bei der Fahrt durch den breiten Giudecca-Kanal zu beobachten.

Venedig - Giudecca Kanal

Venedig - Giudecca Kanal


Aus Sicht der Umweltschützer und der Stadtplaner machen Kreuzfahrtschiffe in Venedig aber nur Probleme: Sie belasten die Umwelt, stören das sensible ökologische Gleichgewicht der Lagune und schädigen durch den Wellenschlag die Fundamente von Venedigs Bauwerken. Warum allerdings die Masse der stetig in schneller Fahrt verkehrenden Taxi-Motorboote, der Transportschiffe und der Vaporettos den Fundamenten weniger schaden soll, ist nicht klar.

MS Eurodam in Vendig

MS Eurodam in Vendig


Seit Jahren lag die Forderung auf dem Tisch, dass Kreuzfahrtschiffe ihre Liegeplätze an Venedigs Kreuzfahrtterminal auf einer Alternativroute ansteuern sollten. Nun kommt es anders: Das italienische Verkehrsministerium in Rom informierte gestern nach einem Treffen mit Repräsentanten Venedigs und der Region, dass Kreuzfahrtschiffe zukünftig in Marghera auf dem Festland festmachen sollten. Marghera ist u.a. Standort einer der Fincantieri-Werften. - Das Terminalgebäude könnte in drei bis vier Jahren fertiggestellt sein. Die Wahl des neuen Hafens hindert Kreuzfahrtschiffe künftig an der Durchfahrt durch das historische Zentrum Venedigs. So weit so gut, Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro wird folgendermaßen zitiert; „Es reicht, dass der UNESCO und der Welt klar ist, dass wir eine Lösung für die Großen Schiffe in der Lagune haben“. Nun erwartet die Welt, dass den Worten auch Taten folgen.