Autor: Karl W. P. Beyer

norwegian cruise lineIm Jahr 1966 gründete der norwegische Reeder Knud Kloster die Norwegian Caribbean Lines AS (NCL). Das Unternehmen startete als Niederlassung der Klosters Rederi A/S, Oslo. Knud Kloster hatte die Vision, ein klassenloses Kreuzfahrt-Unternehmen schaffen. Für die damalige Zeit war das eine außergewöhnliche Idee. Brillant war überdies der Gedanke, von Miami/Florida ausgehend regelmäßig Kreuzfahrten in den karibischen Raum anzubieten. 

Die Zeit war reif für neue, wegweisende Geschäftsideen. Das Unternehmen florierte am Kreuzfahrtmarkt. Innerhalb von fünf Jahren stellte es drei Schiffe in Dienst. Unternehmerischer Weitsicht entsprang im Jahr 1977 auch der Gedanke, die 120 Seemeilen Luftlinie von Fort Lauderdale entfernt liegende Bahamas-Insel Great Stirrup Cay zu kaufen. Sie dient seitdem den Gästen der Reederei als Privat-Resort. 

Norwegian Sky - Cruise Terminal Miami

Norwegian Sky - Cruise Terminal Miami


Im Jahr 1984 wurde die Royal Viking Line AS übernommen. Damit wuchs die Flotte auf sechs Schiffe an. Drei Jahr später firmierte das Unternehmen in Norwegian Cruise Line AS um. Ab 1992 wurden mit der Indienststellung eines weiteren Schiffs auch Investitionen in eigene Logistik im Hafen von Fort Lauderdale vorgenommen. 

Norwegian Jade in DubrovnikNorwegian Jade in Dubrovnik


Eine erneute und vorerst letzte Namensänderung stand 1995 mit Norwegian Cruise Line Corporation Ltd. ins Haus. Vier Jahre später wurden Aktien der Dachgesellschaft Norwegian Cruise Line Holdings Ltd. erstmalig an der Börse gehandelt. Firmensitz der Unternehmen ist Miami/Fl.

Im Jahr 2000 wurde wieder etwas Neues gewagt. Unter dem Begriff „Freestyle Cruising“ zog - beginnend mit der Norwegian Sky - eine neue Leichtigkeit an Bord aller Schiffe ein. Lockere Stimmung, der Verzicht auf Dresscodes und auf feste Essenszeiten gerieten zum Leitgedanken des Unternehmens. Außerdem wurde den Gästen die Möglichkeit geboten, an Bord der Schiffe unter verschiedenen, teilweise Aufpreis pflichtigen Restaurants zu wählen. 

Norwegian Epic vor BarcelonaNorwegian Epic vor Barcelona


NCL betreibt (Stand November 2016) dreizehn unter der Flagge der Bahamas fahrende Schiffe. Es sind die

Ein vierzehntes Schiff, die Pride of America, nimmt innerhalb der Flotte eine Sonderstellung ein. Sie ist in Honolulu auf Hawaii stationiert und kreuzt unter amerikanischer Flagge ganzjährig im Seegebiet vor Hawaii.

Was die Zukunft anbelangt, hat sich das Unternehmen neu aufgestellt. Im Jahr 2010 wurde die Norwegian Epic in Betrieb genommen. Mit ihr wagte die Reederei einen ersten Schritt in den Markt der Großschiffe. In der Folgezeit wurden zwei weitere große Schiffe, die Norwegian Breakaway und die Norwegian Getaway auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut. Sie nahmen im April 2013 und im Frühjahr 2014 den Dienst auf. 

Norwegian Getaway in Rotterdam

Norwegian Getaway in Rotterdam


Danach wurde im Oktober 2015 mit der 326 Meter langen und 41,40 Meter breiten Norwegian Escape das erste Schiff der erweiterten Breakaway Plus-Klasse von der Meyer Werft übernommen. Vermessen ist es mit 164.600 BRZ. Dieses und drei weitere bestellte Kreuzfahrtschiffe der Breakaway Plus-Klasse sind die größten Flotteneinheiten der Reederei. Jedes der Schiffe besitzt fünf Abgasreinigungssysteme, sogenannte Scrubber, und bietet Platz für 4.200 Passagiere. Der nächste Neubau ist die im Jahr 2017 fertigzustellende Norwegian Joy, ein speziell für die Bedürfnisse des chinesischen Marktes konzipiertes Kreuzfahrtschiff.

Norwegian Breakaway bei der Ausfahrt aus New YorkNorwegian Breakaway bei der Ausfahrt aus New York


Die Reederei erfährt in Bewertungsportalen allgemein gute Beurteilungen. Wer zuvor mit hoch positionierten Schiffen von TUI Cruises, Princess Cruises oder Celebrity Cruises fuhr, fühlt sich auch auf den modernen Norwegian-Schiffen wohl. „Cruise like a Norwegian“ lautet ein weiteres Motto der Reederei. Man muss kein Norweger sein, um die Atmosphäre und das Drumherum der Schiffe zu genießen. Näheres stellen wir dazu unter Norwegian Sun und Norwegian Getawayvor. 

Norwegian Sun in Bridgetown

Norwegian Sun auf Reede


Ausschließlich für den deutschsprachigen Markt wurde im Dezember 2015 auf 12 von 14 Norwegian Cruise Line-Schiffen ein „Premium All Inclusive-Konzept“ eingerichtet. Von dieser Neuerung ausgenommen sind lediglich die Norwegian Sky und die Pride of America.

(Karl Beyer – Update November 2016)