P&O Cruises zählt zu den traditionsreichsten Kreuzfahrtmarken der Welt. Die heutige britische Reederei mit Sitz in Southampton gehört zur Carnival Corporation & plc und richtet ihr Angebot in erster Linie an den britischen Markt.
Trotz ihrer langen Geschichte ist das heutige Unternehmen nur noch ein Teil der einst weltweit agierenden und bedeutenden Peninsular and Oriental Steam Navigation Company (P&O), die über viele Jahrzehnte zu den größten Schifffahrtskonzernen des Britischen Empire zählte.
Die Unternehmensgeschichte
Die Ursprünge reichen bis in das Jahr 1837 zurück, als die Peninsular Steam Navigation Company gegründet wurde. Bereits 1840 erhielt das Unternehmen einen Vertrag der britischen Admiralität zur Beförderung von Post nach Spanien, Portugal und in den Mittelmeerraum. Kurz darauf wurde das Streckennetz bis nach Indien erweitert. Mit der Ausdehnung der Linienverbindungen nach Ostasien, Australien und Neuseeland erhielt die Reederei den Namen „Peninsular and Oriental Steam Navigation Company (P&O)“.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich P&O zu einer der bedeutendsten Reedereien der Welt. Das Unternehmen transportierte Post, Passagiere und Fracht auf nahezu allen wichtigen Routen des Britischen Empire und übernahm zahlreiche andere Reedereien.
Das 20. Jahrhundert brachte jedoch tiefgreifende Veränderungen. Beide Weltkriege führten zu erheblichen Verlusten an Schiffen und Besatzungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das klassische Liniengeschäft durch die Entkolonialisierung, den Aufstieg des Luftverkehrs und die Containerisierung zunehmend an Bedeutung. P&O reagierte mit einer grundlegenden Neuausrichtung und konzentrierte sich verstärkt auf die Bereiche Kreuzfahrt sowie Fracht- und Logistikdienstleistungen.
Zur Stärkung des Kreuzfahrtgeschäfts übernahm P&O im Jahr 1974 Princess Cruises. 1988 folgte die italienische Sitmar Cruises, aus deren Flotte mehrere Schiffe in die Marken Princess Cruises und P&O Cruises integriert wurden. Im Jahr 2000 erwarb P&O außerdem AIDA Cruises, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau befanden.
Ein entscheidender Einschnitt erfolgte 2003 mit der Fusion von P&O Princess Cruises plc und der amerikanischen Carnival Corporation. Daraus entstand die heutige Carnival Corporation & plc, der weltweit größte Kreuzfahrtkonzern. Seitdem gehören Marken wie P&O Cruises, Princess Cruises, Cunard, AIDA Cruises, Holland America Line, Seabourn und Costa Cruises zu einem gemeinsamen Unternehmensverbund.
P&O Cruises heute
Heute steht der Name P&O Cruises ausschließlich für die britische Kreuzfahrtmarke mit Sitz in Southampton. Die Reederei konzentriert sich nahezu vollständig auf den britischen Quellmarkt und bietet Kreuzfahrten im Premiumsegment an. Das Bordprodukt ist deutlich auf britische Gäste zugeschnitten. Dazu gehören englischsprachige Unterhaltung, britische Küche sowie landestypische Service- und Freizeitangebote.

P & O Iona in Stavanger
Die Flotte besteht aus Familien- und Adults-only-Schiffen. Während auf den Familienschiffen ein umfangreiches Angebot für Kinder und Jugendliche bereitsteht, richten sich die Adults-only-Schiffe ausschließlich an Gäste ab 18 Jahren.
Die Flotte (Stand 2026)
Familienschiffe
- Arvia (2022)
- Iona (2021)
- Britannia (2015)
- Ventura (2008)
- Azura (2010)

P & O Ventura in Livorno
Adults-only-Schiffe
- Arcadia (2005)
- Aurora (2000)

P & O Arcadia in Southampton
Damit umfasst die Flotte derzeit sieben Kreuzfahrtschiffe. Ältere Einheiten wie Adonia, Oriana und Oceana wurden bereits vor einigen Jahren verkauft oder ausgemustert.
Auch die frühere Marke P&O Cruises Australia gehört inzwischen der Vergangenheit an. Sie wurde im Jahr 2025 vollständig in Carnival Cruise Line integriert. Die ehemaligen Schiffe fahren heute unter der Marke Carnival Cruise Line.
Marktposition
P&O Cruises nimmt innerhalb des Carnival-Konzerns die Rolle der traditionellen britischen Premium-Kreuzfahrtmarke ein. Das Unternehmen richtet sich überwiegend an Gäste aus Großbritannien und genießt dort einen hohen Bekanntheitsgrad. Anders als einige andere Konzernmarken verfolgt P&O Cruises keine gezielte Internationalisierungsstrategie. Deutschsprachige Angebote stehen daher nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung.
Mit ihrer fast 190-jährigen Unternehmensgeschichte verbindet die Marke maritime Tradition mit modernen Kreuzfahrtschiffen und zählt weiterhin zu den prägenden Namen der britischen Kreuzfahrtindustrie.
Anmerkung: Die Fotos zeigen in einzelnen Fällen noch das inzwischen veraltete Layout der Schiffe.
Update Juli 2026
