Autor: Karl W. P. Beyer

Royal Caribbean Cruises Ltd. (RCCL) ist die Dachgesellschaft des weltweit zweitgrößten Kreuzfahrt-Konzerns. Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen wurde im Jahr 1997 gegründet. Juristischer Sitz ist Monrovia/Liberia. Die operative Zentrale arbeitet von Miami/Florida aus. Das Kreuzfahrt-Unternehmen ist auf allen Kontinenten präsent. Kreuzfahrt-Schiffe der Gruppe laufen im Jahr 2018 circa 500 Destinationen weltweit an.

royal caribbean firmenzentrale in miami

Royal Caribbean Firmenzentrale in Miami


Dachmarken der RCCL

Unter dem Dach der Royal Caribbean Cruises Ltd. operieren drei eigenständige Marken: 

Azamara Club Cruises Premium Plus-Klasse 2 Schiffe; ein drittes Schiff stößt noch 2018 zur Flotte hinzu
Celebrity Cruises Premiumklasse 12 Schiffe; ein 13. Schiff kommt noch 2018 hinzu
Royal Caribbean International gehobene Mittelklasse 25 Schiffe

Azamara Quest auf der Elbe vor Hamburg

Celebrity Reflection Celebrity Millennium im Hafen von Chaem Labang Brilliance of the Seas

 

Maßgebliche Beteiligungen

Beteiligungen bestehen an der spanischen Pullmantur Cruises S.L. (49 Prozent) und der deutschen TUI Cruises (50 Prozent). Im Juni 2018 übernahm das Unternehmen die Mehrheit (66,7 Prozent) an den in Monaco ansässigen Silversea Cruises.

Silver Spirit vor Santorin

Silver Cloud in Civitavecchia

 

Die Pullmantur Cruises betreiben derzeit vier Schiffe. Für TUI Cruises fahren aktuell sechs Schiffe. Die im Luxus-Segment positionierten Silversea Cruises kommen derzeit auf neun Luxus- und Expeditions-Kreuzfahrtschiffe.

Zwei der vier Pullmantur-Schiffe werden von der unter Pullmantur Cruises aufgehängten französischen CDF Crosières de France genutzt. Es sind die MV Horizon und die MV Zenith.

Pullmantur Sovereign im Hafen von Civitavecchia Mein Schiff 5 im Hafen von La Spezia

 

Das seit Mai 2015 bestehende Joint Venture SkySea Cruise Line sollte vom chinesischen Markt partizipieren. Das 1-Schiff-Unternehmen wird noch vor Ende 2018 eingestellt. Danach agiert Royal Caribbean unter eigener Flagge am chinesischen Markt. 

Entwicklung der Royal Caribbean-Gruppe

Keimzelle der Royal Caribbean-Gruppe war die im Jahr 1968 von norwegischen Reedern gegründete Royal Caribbean Cruise Line (RCCL). Im Jahr 1988 übernahm RCCL die von Florida aus operierenden Admiral Cruises. Neben Schiffen wurde 1986 und 1990 vorausschauend in Resorts auf Haiti (Labadee) und den Bahamas (CocoCay) investiert. In diesen Privatresorts werden Kreuzfahrt-Gäste gegen Entgelt bewirtet und umsorgt. Royal Caribbean plant, in das CocoCay-Resort 200 Mio. US-Dollar zu investieren.

Der Versuch, im Jahr 2003 P&O Princess Cruises mit mehreren Untergesellschaften zu übernehmen, schlug fehl. Carnival bot einen höheren Preis für die damals schwächelnde Gruppe. Erfolgreiche Übernahmen waren in den Jahren 1997, 2006 und 2007 der Erwerb von Celebrity CruisesPullmantur Cruceros sowie CDF Crosières de France

Royal Caribbean Cruises - Mariner of the Seas - Royal Promenade

Royal Caribbean Cruises - Mariner of the Seas - Royal Promenade


Royal Caribbean steht für die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt

Die Royal Caribbean-Gruppe ließ Kreuzfahrtschiffe von nie zuvor gesehener Größte entwickeln und bauen. Im Jahr 2009 wurde die gigantische, 362 Meter lange Oasis of the Seas in Dienst gestellt. In den Jahren 2010, 2016 und 2018 folgten die Allure of the Seas, die Harmony of the Seas und die Symphony of the Seas nach. Die Schiffe sind unangefochten die größten Kreuzfahrt-Schiffe der Welt. Ein fünftes Schiff dieser Klasse soll im Jahr 2021 fertiggestellt werden.

Royal Caribbean Cruises - Allure of the Seas

Royal Caribbean Cruises - Allure of the Seas


Zwischen der Oasis-Klasse und der Freedom-Klasse (Schiffslänge 339 Meter) wurde die Quantum-Klasse mit Schiffslängen von 348 Metern eingeführt. Das Erste der in Deutschland von der MEYER Werft, Papenburg, gebauten Schiffe, die Quantum of the Seas, ist seit Herbst 2014 im Einsatz. Ihr folgten im Jahr 2015 die Anthem of the Seas und im Jahr 2016 die Ovation of the Seas nach. Zwei weitere Schiffe dieser Klasse werden im Frühjahr 2019 und im Herbst 2020 übernommen. Der Name des vierten Schiffes lautet Spectrum of the Seas.

Ovation of the Seas in Papenburg - Nach dem Verlassen des Baudocks

Ovation of the Seas in Papenburg - Nach dem Verlassen des Baudocks


Parallel zu dem ehrgeizigen Neubauprogramm wurde ein mehrjähriger „Revitalisierungs-Prozess“ aller unter Royal Caribbean-Flagge fahrender Schiffe bekannt gegeben. Die Kreuzfahrtschiffe werden peu à peu mit hohem finanziellen Aufwand auf zeitgemäße Standards gebracht. 

Geschäftszahlen

Im Jahr 2017 wurden auf Schiffen der Gruppe weit mehr als fünf Millionen Passagiere befördert. Die Erlöse stiegen zwischen 2010 und 2017 von 6,7 Mrd. auf 8,8 Mrd. US-Dollar. Die Profitabilität veränderte sich im Vergleichszeitraum von 11,9 auf 19,9 Prozent. Weltweit arbeiten mehr als 60.000 Menschen für das Unternehmen.

(Karl Beyer - Update Juni 2018)

Der in Miami / Florida beheimatete Konzern besitzt norwegische Wurzeln. Keimzelle der Gruppe war die im Jahr 1968 von norwegischen Reedern gegründete Royal Caribbean Cruise Line (RCCL). Im Jahr 1988 übernahm RCCL die von Florida aus operierenden Admiral Cruises. Neben Schiffen wurde 1986 und 1990 in den Erwerb von Küstenabschnitten auf Haiti und auf den Bahamas (Coco Cay) investiert. In diesen Privatresorts werden Kreuzfahrt-Gäste gegen Entgelt bewirtet und umsorgt. Der Versuch, im Jahr 2003 P&O-Princess Cruises mit mehreren Untergesellschaften zu übernehmen, schlug allerdings fehl. Carnival bot einen höheren Preis für die damals schwächelnde Gruppe. Erfolgreiche Übernahmen waren in den Jahren 1997, 2006 und 2007 der Erwerb von Celebrity Cruises, Pullmantur Cruceros sowie CDF Crosières de France