Beim Einlaufen überrascht uns Aarhus mit einem schönen Panorama. Dazu passt auch das Wetter: Es ist kühl und sonnig, nur wenige Wolken sind am Himmel zu sehen. Im Ankunftsbereich des Hafens erwarten uns Freiwillige, die Fragen beantworten, Wege beschreiben oder Sehenswertes empfehlen. Ein außergewöhnlicher Service der Stadt Aarhus.

Aarhus Panorama - Kollegiekontoret und Dom
Aarhus ist eine einladende Stadt
Aarhus ist wie geschaffen für einen Landausflug auf eigene Faust. Die Azamara Journey liegt zentral in der Nähe des Dokk1. Das ist ein architektonisch auffälliges Multifunktionsgebäude, das 2015 eröffnet wurde. Auf einer Gesamtfläche von 28.000 m² gibt es unter anderem die größte Bibliothek Skandinaviens, den Bürgerservice, einen Saal für Veranstaltungen und ein Café. Auch die Touristeninformation befindet sich im Dokk1. Da sie erst um 10:00 Uhr öffnet, schauen wir uns vorher das Gebäude an. Innen gehen wir über eine schräge Ebene bis nach ganz oben. Von dort können wir den Hafen überblicken.
Gerade läuft die königliche Yacht ein, die wir schon in Kopenhagen gesehen haben. Wir erfahren, das Königin Margrethe (Margrethe II) zur Eröffnung der Aarhus Festtage kommt. Für unsere geplanten Aktivitäten kaufen wir die Aarhus Card. Sie bietet freien Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, auch zum Hop-on-hop-off-Bus, sowie zu vielen Museen und Sehenswürdigkeiten in Aarhus.
Sehenswerte alte Kirchen
Unser erstes Ziel ist das Viertel um den Dom, die Aarhus Domkirke. Das ist nicht weit vom Dokk1. Wir überqueren den Fluss Å, der sich durch Aarhus schlängelt, schauen in der Skolegade die schönen alten Fachwerkhäuser an und erreichen den Bispetorvet. Auf der einen Seite dieses Platzes liegt das Theater, ein Jugendstilgebäude mit einer sehenswerten bemalten Fassade, auf der anderen Seite der Dom.
Der Dom ist 93 Meter lang und auch 93 Meter hoch und damit die sowohl längste als auch höchste Kirche Dänemarks. Mehr als 220 m² des Innenraums sind mit Fresken bemalt, die überwiegend aus der Zeit zwischen 1470 und 1520 stammen. Bis zur Reformation im Jahr 1536 war nahezu die gesamte Kirche mit Fresken ausgemalt.

Fresken in der Aarhus Domkirke
Nicht weit entfernt steht die Vor Frue Kirke (Kirche Unserer Lieben Frau oder Marienkirche). In der Vor Frue Kirke gibt es etwas ganz Besonderes zu sehen. Unter dem Chor der heutigen Kirche liegt eine vollständige Krypta aus dem 11. Jahrhundert, die wahrscheinlich älteste Steinkirche in ganz Nordeuropa. Sie stammt aus dem Jahr 1060, und man sollte sie unbedingt besichtigen. Es ist beeindruckend, was die Menschen im 11. Jahrhundert geleistet haben.
Die Sommerresidenz der Königin
Von hier aus nehmen wir den Hop-on-Hop-off-Bus zum Schloss Marselisborg. Eine schlechte Wahl, wie sich herausstellt. Der Bus bewegt sich nur sehr langsam durch die Stadt, ist unbequem und fährt eine feste Runde, die nicht unbedingt unserem Weg entspricht. Es dauert ziemlich lange, bis wir am Schloss Marselisborg ankommen. Es liegt etwas südlich von Aarhus in einem weitläufigen Park und ist die Sommerresidenz der Königin und ihrer Familie.

Schloss Marselisborg
Das Schloss ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Den Park können wir jedoch besichtigen, weil die königliche Familie nicht anwesend ist. Es ist ein schöner Park mit großen Rasenflächen, Skulpturen und mit Blick auf die weite Bucht südlich von Aarhus.
Eine ungewöhnliche Brücke
Zu Fuß gehen wir gut einen Kilometer bis zum Meer. Am Ballhage Strand wurde 2015 die Uendelige Bro (unendliche oder endlose Brücke) installiert. Seitdem wird die 188 Meter lange runde Holzkonstruktion mit einem Durchmesser von 66 Metern jeweils im Sommer aufgebaut. Sie dient als Promenade, Sitzgelegenheit, Treffpunkt und vieles mehr, und sie ist tatsächlich sehenswert.
Auch zurück gehen wir einen großen Teil des Weges zu Fuß. Ein beschaulicher Weg führt in der Nähe des Wassers entlang. Für die letzten beiden Kilometer nehmen wir den Bus bis Dokk1. Eine gelungene Aarhus-Tour: Viel Fußmarsch ab Marselisborg aber trotzdem schön. Um ein Uhr sind wir wieder auf der Azamara Journey.
Im Regenbogen über Aarhus
Nachmittags fahren wir mit dem Bus bis zum Kunstmuseum ARoS. Der Bau ist spektakulär: Die Fläche beträgt 52 auf 52 Meter, die Höhe 43 Meter; die Ausstellungen verteilen sich auf neun Etagen, die man über eine spiralförmige Treppe oder über den verglasten Aufzug erreicht. Auf der Dachterrasse befindet sich das begehbare „Your rainbow panorama“ von Olafur Eliasson. Von dort hat man eine Rundumsicht auf die Stadt Aarhus. Das ARoS wird auch verglichen mit Dantes Inferno: Von der Hölle geht es hinauf in den Himmel und darüber ist der Regenbogen.
Unsere nächste Station ist das Freilichtmuseum Den Gamle By (die alte Stadt). Das Dorf umfasst mehr als 75 Gebäude. Die meisten stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Schmale, mit Kopfstein gepflasterte Gassen verbinden die Gebäude. Auch außerhalb der Öffnungszeiten kann man durch den kleinen Ort gehen, nur die Häuser werden abends geschlossen.

Den Gamle By
Die Å und der Åboulevard
Zum Abschluss gehen wir über den Åboulevard bis zur Azamara Journey. Die Å fließt mitten durch Aarhus, und die Promenade an der Å ist fast 1000 Meter lang. Hier gibt es Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants. Während der Aarhus Festtage finden am Åboulevard etliche Events statt. Das alles passt zu dem milden Wetter, das wir fast den ganzen Tag haben, und wir genießen unseren Spaziergang.

Am Åboulevard
Aarhus hat uns sehr gut gefallen. Es ist eine lebendige junge Stadt, und es gibt viel Interessantes zu sehen. Insgesamt ein richtig gutes Kreuzfahrtziel.
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