Autor: Anne Plau

Auch Skagen erwartet uns mit schönem Wetter. Schon um 8:00 Uhr scheint die Sonne von einem klaren Himmel und mittags wird es mit 25 Grad angenehm warm. Die Azamara Journey dockt im Fischereihafen, dem größten von Dänemark. Wir schauen auf bunte Boote, kleine Häuser und eine weite Dünenlandschaft.

Fscherboote in Skagens Hafen

Fscherboote in Skagens Hafen


Skagen auf eigene Faust entdecken

Von der Bahnstation im Ort sollen Busse zu allen Skagen Sehenswürdigkeiten fahren: nach Gammel Skagen, dem alten Ortsteil, nach Grenen und zur Tilsandede Kirke, der versandeten Kirche. Diese Busrouten wollen wir nutzen und anschließend einen Spaziergang durch den Ort machen. Leider gibt es schlechte Nachtrichten. In der Touristeninformation am Anleger erfahren wir, dass die Busse am Wochenende nicht fahren. Es ist Samstag, und wir müssen neu planen. Mit dem Gedanken ein Fahrrad zu mieten, können wir uns zunächst nicht anfreunden. Also fahren wir mit dem kostenlosen Shuttlebus, der den ganzen Tag zwischen Anleger und Zentrum pendelt, in den Ort. Skagen ist morgens noch recht öde. Die Läden und die Cafés machen gerade erst auf.

Skagen - Sankt Laurentii Vej Pavillon am Grenen-Parkplatz

 

Wir finden weder ein Taxi noch einen Fahrradverleih. Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Grenen. Das ist eine flach auslaufende Landspitze gut vier Kilometer nördlich von Skagen, an der Kattegat und Skagerrak deutlich sichtbar zusammenstoßen.

Mit dem Traktor zur äußersten Spitze Dänemarks

Autos oder Busse können bis zu einem Parkplatz einen Kilometer vor der Landspitze fahren. Von dort geht es weiter zu Fuß durch die Dünen oder mit dem Sandormen. Der „Sandwurm“ ist ein überdachter Wagen mit Sitzbänken, der von einem Traktor gezogen wird. Er fährt vom Parkplatz durch die Dünen bis auf den Strand.

Der Sandormen Spaziergänger am Grenen

 

Wir gehen die sehr eintönige Strecke an der Landstraße entlang bis zum Parkplatz Grenen und fahren mit dem Sandormen an den Strand. Dort kann man sich aufhalten und mit einem der nächsten Wagen zurückfahren. Hin und zurück kostet das 30 Dänische Kronen, also rund vier Euro. Grenen ist beeindruckend. Lage und Form der äußersten Sandzunge können sich abhängig von den Strömungsverhältnissen ändern. Wir sehen genau, wie die Wellen der beiden Meere aufeinander treffen.

Skagerrak und Kattegat treffen aufeinander

Skagerrak und Kattegat treffen aufeinander


Das malerische Skagen

Zurück fahren wir wieder mit dem Sandormen. Und am Parkplatz finden wir ein Taxi, das uns nach Skagen bringt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Skagen als eine der bedeutendsten Künstlerkolonien von Skandinavien bekannt. Skagen ist auch heute noch sehr malerisch. Das Ortsbild wird von kleinen, ockerfarbenen Häusern mit roten Dächern und weißen Dachfugen bestimmt, die den Fischern früher als Landmarken dienten. Im Ort gibt es viele kleine Läden, die Kunst oder Kunsthandwerk verkaufen, Galerien, Cafés und Restaurants. Alles ist jetzt voller Menschen, und es macht Spaß durch Skagen zu schlendern.

Skagens Fussgängerzone

Skagens Fussgängerzone


Mittags fahren wir mit dem Shuttlebus zurück zur Azamara Journey. Am Anleger ist ein Fahrradverleih aufgebaut. Für 10 € pro Tag könnten wir jetzt ein Fahrrad mieten. Schade, wir waren heute morgen zu früh unterwegs.

Wanderung zur versandeten Kirche

Wir essen auf der Terrasse des Buffetrestaurants und machen uns danach noch einmal auf den Weg. Am Hafen entlang, vorbei am Küstenmuseum wandern wir durch die Dünen bis zur versandeten Kirche. Die versandete Kirche St. Laurentius liegt gut drei Kilometer südwestlich von Skagen. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Wegen der starken Versandung musste das Kirchenschiff im Jahr 1805 abgerissen werden. Der Kirchturm blieb erhalten und kann besichtigt werden.

Kystmuseet Skagen Der Treppengiebel der versandeten Kirche

 

Die Azamara Journey verlässt den Hafen von Skagen erst um 20:00 Uhr. Wir entspannen noch einige Zeit am Pool. Später sehen wir vom Schiff aus die langen Strände nördlich von Skagen. Dann bleibt Dänemark langsam zurück.

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