Azamara Journey - Tag 3 - Oslo, Norwegen

Autor: Anne Plau

Die Azamara Journey ist auf dem Weg nach Oslo und kommt dort laut Plan um 8:00 Uhr an. Wir stehen aber schon sehr früh auf, damit wir die Fahrt durch den Oslofjord erleben können.

Oslo vom Oslofjord aus gesehen

Das ist ein Vorteil unserer Kabine: Schon vom Balkon aus können wir die Landschaft genießen. Es ist leicht neblig, aber später ist es den ganzen Tag über klar, sonnig und warm. Langsam gleiten wir an der Halbinsel Bygdoy vorbei und am Astrup Fernley Museum, wir sehen auf das gewaltige Osloer Rathaus und die Akershus Festung.

Astrup Fearnley Museum Oslos Rathaus

 

Unser Liegeplatz ist in Bjørvika, gegenüber dem Opernhaus und vor dem Gebäudekomplex Salt, nicht wie vorher angezeigt unterhalb der Akershus Festung. Dort wird gegen 10:00 Uhr die Mein Schiff 4 anlegen.

Vom Liegeplatz der Azamara Journey ist es nicht weit bis zum Bahnhof. Dort – exakt: in der Ostbanehallen - öffnet um 9:00 Uhr die Touristeninformation. Wie fast immer auf unseren Reisen, werden wir auch die Sehenswürdigkeiten in Oslo auf eigene Faust erkunden. Wir kaufen das Tagesticket für den Nahverkehr. Mit der Linie T1 der Osloer Schnellbahn, die im Stadtzentrum unterirdisch verläuft, fahren wir auf den Berg Holmenkollen.

Ostbanehallen Im alten Bahnhof

 

Holmenkollen - die älteste Skisprungschanze der Welt

Dort wollen wir die gleichnamige Skisprungschanze besichtigen. Schon vom Schiff aus ist sie zu sehen. Die Skisprungschanze Holmenkollen wurde 1892 eröffnet und ist die älteste der Welt. Sie ist das Wahrzeichen von Oslo und gilt als meistbesuchte Attraktion Norwegens. 2010 wurde sie erneuert. Der frei schwebende Schanzenturm ragt 60 Meter in den Himmel. Innen führt ein Schrägaufzug zum Absprungbereich und zu einer Aussichtsplattform.

Holmenkollen Schanze

Holmenkollen Schanze


Die Bahn klettert den relativ steilen Berg hinauf bis auf eine Höhe von über 450 Metern. Die Höhenmeter werden an jeder Bahnstation angezeigt. Wir fahren durch beschauliche Vororte und können immer wieder auf den Oslofjord und die Stadt blicken. Nach 25 Minuten Fahrtzeit steigen wir bei 278 Höhenmetern an der Station Holmenkollen aus. Bis zum Schanzenbereich sind es noch einmal gut 15 Minuten Fußweg den Berg hinauf. Die Holmenkollen-Schanze ist tatsächlich ein spektakuläres Bauwerk.

Durch das Skimuseum in den unteren Etagen gehen wir bis zum Schrägaufzug. Immer 14 Personen haben Platz in der Kabine, aber wir sind früh dort und müssen kaum anstehen. Auf der Aussichtsplattform erwartet uns eine 360 Grad Rundumsicht über die Stadt, den Oslofjord und die umliegenden Wälder. Passend zu unserer Ankunft lösen sich die wenigen Wolken auf. Die Aussicht ist überwältigend.

Ski-Museum der Holmenkollen Schanze Holmenkollen Stadion Blick von der Schanze auf Oslo Auslauf der Holmenkollen Skischanze

 

Wir fahren mit dem Schrägaufzug zurück. Mutige können auch an einer Zipline, die entlang der Schanze verläuft, nach unten schweben. Nichts für uns, zudem finden wir den Preis dafür mit mehr als 76 EUR ziemlich hoch. Auf dem Rückweg sehen wir uns den Landebereich mit den Tribünen an. In dieser Arena finden auch regelmäßig Events statt, heute bspw. spielt eine Band. Es ist Sonntag, und viele Besucher strömen zum Holmenkollen.

Monumentale Skulpturen im Vigelandspark

Mit der Linie T1 fahren wir zurück, steigen jedoch auf Höhe des Frognerparks aus. Teil dieses Parks ist der so genannte Vigelandpark. Es ist der weltweit größte Skulpturengarten, den ein einziger Künstler geschaffen hat. Über 200 Skulpturen aus Bronze, Granit und Schmiedeeisen des Bildhauers Gustav Vigeland aus den Jahren 1907 bis 1943 sind hier installiert. Besonders eklatant ist die 17 Meter hohe Figurensäule „Monolitten“, die die Entwicklung des Menschen in seinen Lebensstadien zeigt.

Vigelandspark - Monolith

Vigelandspark - Monolith


Am Eingang des Parks steigen wir in die Tram der Linie 12, die Richtung Hauptbahnhof fährt. Wir nutzen gern die Gelegenheit mit einer Tram zu fahren, weil man während einer Fahrt so viel sehen kann.

Ein spektakuläres Opernhaus unter Eisschollen

Mittags machen wir Pause auf der Azamara Journey. Von der Außenterrasse des Restaurants sehen wir auf das 2008 eröffnete Opernhaus. Es wurde als Halbinsel in den Fjord hineingebaut und kann nicht anders als spektakulär bezeichnet werden. Das Dach sieht aus wie übereinander geschichtete riesige Eisschollen, die bis zum Wasser reichen. Insgesamt sind es rund 20.000 m² Dachfläche, belegt mit zehn bis zwanzig Zentimeter dicken Marmorplatten.

Oslos neues Opernhaus

Oslos neues Opernhaus


Auf dem Dach kann man spazieren gehen. Das ist auch gewünscht, weil die auf dem Dach vorsichtig laufenden Personen von weitem wie watschelnde Pinguine aussehen. Und im Wasser vor dem Opernhaus ist die Skulptur „Hun Ligger“ installiert, die an einen treibenden Eisberg erinnert.

Der Dom von Oslo und das Rathaus

Unser erstes Ziel am Nachmittag ist die Oslo Domkirke. Der Dom von Oslo wurde im 17. Jahrhundert gebaut und 1697 geweiht. Die Kanzel, die Altartafel und die Orgelfassade sind im Original erhalten. Ein sehenswertes Bauwerk, besonders beeindruckend finden wir die Deckenmalereien.

Oslo Domkirke Deckenmalereien in Oslos Dom

 

Rund um den Dom wurden in den Jahren 1841-1858 Arkaden gebaut, die als Markthallen dienten. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz und wurden 1960 umfassend restauriert. Heute befinden sich dort Läden und gastronomische Betriebe.

Mit der Tram 12 fahren wir einige Stationen in Richtung Aker Brygge bis zum Rathausplatz. Wir möchten unbedingt noch das Rathaus besichtigen, das um 16:00 Uhr geschlossen wird. Das Rathaus ist der Sitz der politischen und administrativen Führung Oslos.

Oslos Rathaus Die Halle des Osloer Rathauses

 

Es wurde 1950 eröffnet. Hier wird jedes Jahr der Friedensnobelpreis verliehen. Besonders schön sind die Eingangshalle und die öffentlich zugänglichen Empfangsräume, die mit Motiven aus der norwegischen Geschichte und Kultur ausgeschmückt sind.

Der König ist zuhause

Über den Fridtjof-Nansen-Platz gehen wir in Richtung Karl Johanns Gate, die vom Hauptbahnhof bis zum Königlichen Schloss führt. Wir passieren das Nationaltheater und gehen direkt auf die sehr schönen Gebäude der Universität zu. Nach links haben wir uneingeschränkte Sicht auf das Schloss.

Das Königliche Schloss

Das Königliche Schloss


Hier lebt der norwegische König Harald V. mit seiner Königin Sonja. Über dem Schloss weht die norwegische Flagge. Das bedeutet: der König ist zuhause. In den Sommermonaten, von Ende Juni bis Mitte August, kann das Schloss besichtigt werden. Sehenswert ist der Wachwechsel der königlichen Garde, der jeden Tag um 13:30 Uhr stattfindet.

Wir gehen die Karl Johann Gate entlang. Die Straße ist zwischen dem Schloss und dem Storting sehr repräsentativ. Es gibt einen parkähnlichem Mittelstreifen, schöne Geschäfte und das bekannte Grand Hotel. Das Storting, das norwegische Parlament, ist ein wuchtiges und imposantes Gebäude und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Neben der Karl Johans Gate verlaufende Baumallee Das Storting - Norwegens Parlament

 

Am Hafen von Pipervika

Noch einmal gehen wir bis zum Rathausplatz, diesmal bis zum Nobels Fredssenter. Im Nobel Friedenszentrum erfährt man alles über Alfred Nobel, den Friedensnobelpreis und die Preisträger. Außerdem gibt es wechselnde Ausstellungen, insbesondere zu den Themen Frieden, Krieg und Konfliktlösung.

Am Fjord, im Hafen von Pipervika, laufen die Boote zur Museumsinsel Bygdoy aus.

Fähranleger Bygdoy

Fähranleger Bygdoy


An den westlichen Piers beginnt Aker Brygge, früher ein Werftgelände, jetzt ein attraktives Geschäfts- und Wohnviertel. Mit mehr als 40 gastronomischen Betrieben ist die Promenade davor ein beliebter Treffpunkt für Osloer und Touristen.

Gegenüber auf einer Anhöhe liegt die Festung Akershus. Sie entstand um 1300 als mittelalterliche Burg und wurde im 17. Jahrhundert zum Schloss umgebaut. Heute wird das Schloss von der Regierung zu Repräsentationszwecken genutzt. Auf dem weitläufigen Festungsgelände gibt es verschiedene Museen. Die Aussicht auf den Hafen, das Rathaus und das quirlige Aker Brygge soll den leichten Aufstieg lohnen.

Akershus Festung Akershus Festung mit Kreuzfahrtschiff

 

Unterhalb der Festung Akershus hat die Mein Schiff 4 festgemacht. Wir sahen sie morgens vom Holmenkollen aus beim Einlaufen in den Hafen. Später – gegen 20:00 Uhr - sehen wir sie durch den Fjord davonfahren.

Mit der Tram fahren wir zur Station am Hauptbahnhof. Zum Abschluss sehen wir uns noch das Operhaus ganz aus der Nähe an. Erst das offene Foyer, dann spazieren wir auf das Dach. Und zwar bis ganz nach oben. Es ist richtig: hinunter geht man überaus vorsichtig, der Vergleich zu einem watschelnden Pinguin ist sehr treffend.

Oslos neuem Opernhaus aufs Dach gestiegen Das Neue Opernhaus

 

White Night Party auf der Azamara Journey

Gegen 19:30 Uhr sind wir zurück auf der Azamara Journey. An diesem Abend ist auch auf der Azamara Journey viel los. Die so genannte White Night Party wird zelebriert. Das heißt, es gibt ein tolles Dinner Buffet draußen auf Deck 9. Um den Pool und auf dem offenen Laufgang darüber sind Tische und Stühle aufgestellt. Alles ist weiß dekoriert.

White Night an Bord der Azamara Journey in Oslo

White Night an Bord der Azamara Journey in Oslo


Das Essen ist besonders lecker und köstlich. Passend zum Liegeplatz Oslo gibt es eine unglaubliche Auswahl an Lachsspezialitäten. Es ist ein wunderschöner Abend, den wir sehr genießen.

Um 22:00 Uhr verlässt die Azamara Journey den Hafen von Oslo. Wir haben heute sehr viel gesehen. Trotzdem ist ein Tag viel zu wenig für diese sehenswerte Stadt.

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