Autor: Anne Plau

Wir waren noch nie in La Spezia. Also gibt es viel zu sehen: Pisa und Florenz sind nicht weit, die Cinque Terre liegen sozusagen „vor der Tür“, und auch der Ort selbst soll einen Rundgang wert sein.

Cinque Terre – spektakuläre Orte an der ligurischen Küste

Von all den Möglichkeiten entscheiden wir uns für die Cinque Terre. Das sind fünf Orte –Monterossa, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore - an der ligurischen Küste, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Der Küstenabschnitt zählt zu den schönsten Regionen der Welt. Die Orte stehen unter Denkmalschutz, die Landschaft scheint fast unberührt, und Fotos dieser Idylle zieren viele Italien-Reiseführer. Und da das alles nicht geheim ist, sind dort jedes Jahr von Frühling bis Herbst jede Menge Touristen unterwegs.

Cinque Terre - Riomaggiore Cinque Terre - westlich von Manarola Cinque Terre - Vernazza Cinque Terre - Corniglia

 

Die Cinque Terre sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Bahnstrecke entlang der Küste in Richtung Genua hat Stationen an allen Orten der Cinque Terre, Linienboote fahren die Küstenorte zwischen La Spezia und Levanto an, und es gibt örtliche Busse.

Unser Tagesplan sieht vor, dass wir mit dem Bus von La Spezia nach Portovenere fahren, dann mit einem Boot vorbei an Riomaggiore, Manarola und Corniglia bis Vernazza. Dort steigen wir aus, sehen uns Vernazza an und fahren mit dem Zug nach Corniglia. Auch diesen Ort besichtigen wir, ehe wir mit dem Zug weiter nach Manarola fahren. Von dort wollen wir zu Fuß die Via dell’Amore, den circa einen Kilometer langen Fußweg oberhalb des Meeres, bis Riomaggiore entlang wandern und von dort mit dem Zug zurück nach La Spezia fahren.

Portovenere

Portovenere


Portovenere – Tor zu den Cinque Terre

Da sich Passagiere nicht im Hafengebiet aufhalten dürfen, gibt es einen kostenlosen Shuttle Bus von der Celebrity Reflection bis zum Kreuzfahrtterminal am Hafenausgang. Ganz in der Nähe steigen wir um 9:30 Uhr in den Bus der Linie 11 und erreichen nach 40 Minuten Fahrtzeit Portovenere. Der Ort gehört wie die Cinque Terre zum UNESCO Weltkulturerbe und ist wirklich sehenswert. Farbige Häuser sind an die Felsen und den Hang hinauf gebaut, die Gassen in den verschiedenen Höhenlagen sind durch lange Treppen oder Treppentunnel verbunden. Und über dem Ort wacht das Castello Doria.

Boote im Hafen von Portovenere Gasse in Portovenere Portovenere - San Pietro Portovenere

 

Wir haben genug Zeit um durch den Ort zu streifen. Wir gehen bis zur Kirche San Pietro, die am Ortsende über dem Meer liegt und fast einer kleinen Festung gleicht.

Die ligurische Küste gleicht einem Bilderbuch

Um 11:00 Uhr startet das Linienboot die Küste entlang in Richtung Levanto. Es ist sehr voll. Das 10:30 Uhr-Boot war komplett von Celebrity Cruises gechartert worden, dadurch wird es jetzt eng. Auch in Rio Maggiore hat sich eine lange Menschenschlange gebildet, die sich den schmalen Pfad vom Bootsanleger bis zum Ort entlang windet. Beim nächsten Stopp in Manarola verlassen viele der Passagiere das Boot und die Lage entspannt sich etwas.

Cinque Terre - Riomaggiore Cinque Terre - Riomaggiore - Via dell'Amore Cinque Terre - Linienboot bei Vernazza Cinque Terre - Vernazza

 

Die ligurische Küste ist genauso malerisch, wie wir es erwartet haben. Kleine Dörfer mit farbigen Häusern sind in die steilen Hänge der Küste gebaut, dazwischen liegen terrassierte Bereiche, auf denen Wein und Oliven angebaut werden. Vom Boot aus ist das wie ein Bilderbuch anzusehen.

Viele Touristen auf engem Raum

Wir steigen in Vernazza aus. In dem kleinen Hafen liegen bunte Boote, auf der Piazza locken Bars und Restaurants, winklige Gassen möchten entdeckt werden. Oberhalb des Ortes liegt eine Burgruine und eingerahmt wird alles von Weinbergen.

Cinque Terre - Doria-Turm in Vernazza

Cinque Terre - Doria-Turm in Vernazza


Hier in Vernazza merken wir, dass die Region bei Touristen sehr beliebt ist. Es ist tatsächlich wunderschön und malerisch, aber die Menschenmassen, die sich durch den Ort wälzen, sind für uns schwer zu ertragen. Und man darf nicht vergessen, es ist erst Mai. Wir besichtigen die schöne alte Kirche Santa Margherita de Antiochia am Rand des Hafens.

Vernazza - Santa Margherita di Antiochia

Vernazza - Santa Margherita di Antiochia


Auf dem Weg zum Bahnhof meiden wir die belebten Gassen und nehmen den nächsten Zug nach Corniglia.

Hoch über dem Meer

Der Bahnhof liegt am Meer, während der Ort 80 bis 100 Meter hoch auf den Felsen liegt. Dorthin gelangt man über Treppen oder mit einem Kleinbus, der immer nach Ankunft eines Zuges zum Ort hinauf fährt. Wir fahren mit dem Bus. In Corniglia ist es ruhiger als in Vernazza. Der Ort ist weniger überlaufen und trotzdem hübsch. Besonders gut gefällt uns die Piazetta Largo Taragio. An diesem malerischen kleinen Platz im Zentrum des Ortes liegen einige Bars und Restaurants, die zu einer ausgiebigen Pause einladen.

Via Fieschi in Corniglia Corniglia - Oratorio Santa Caterina Corniglia - Kirche San Pietro Corniglia

 

Über eine steile Treppe hinter dem Platz erreichen wir das Oratorium Santa Caterina und eine Terrasse, von der aus wir einen atemberaubenden Blick über die Küste und die Orte der Cinque Terre haben. Wir streifen einige Zeit durch die engen steilen Gassen. Corniglia empfinden wir als außerordentlich lohnenswerten Aufenthalt.

Zurück zum Bahnhof gehen wir zu Fuß. Der Weg führt über 377 Stufen hinab. Die Lardarina genannte Backsteintreppe bietet immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Meer und die Landschaft. Der Weg ist wegen der inzwischen recht hohen Temperaturen anstrengend, aber die Umgebung entschädigt für diese Mühe.

Panorama im Westen Corniglias

Panorama im Westen Corniglias


Unsere weiteren Pläne für diesen Tag geben wir auf. Das ist uns heute zu anstrengend. Manarola, die Via dell’Amore und Riomaggiore müssen warten. Wir fahren mit dem Zug direkt zurück nach La Spezia.

La Spezia ist mehr als einen Blick wert

La Spezia ist eine überraschend sehenswerte Stadt. Kein Touristenort; in La Spezia wird gearbeitet. Trotzdem gewinnen wir den Eindruck, dass man hier gut leben kann. Die Stadt ist sauber, wir sehen viele schöne Bauten - auch mit Arkaden -, einladende Plätze und kleine Parks. Vom Bahnhof aus gehen wir durch die Via del Prione in Richtung Meer. Die Fußgängerzone ist sehr hübsch, es gibt attraktive Läden und Lokale, und an der Piazza Ramiro Ginocchio steht ein altes Kinderkarussell. Zur oberhalb der Altstadt gelegenen Festung Castello San Giorgio führen eine breite Treppe und ein Schrägaufzug. Natürlich lassen wir uns den Blick von oben nicht entgehen.

La Spezia - Hausfassade an der Piazza San Agostino La Spezia - Via dei Mille La Spezia - Castello di San Giorgio La Spezia - Castello di San Giorgio

 

Wieder in der Altstadt folgen wir der Via del Prione bis zur Viale Italia, die am Meer entlangführt. In der Gartenanlage gegenüber bewundern wir noch ein Reiterstandbild des italienischen Freiheitshelden Giuseppe Garibaldi und von der Uferpromenade aus die moderne Fußgängerbrücke Ponte Thaon di Revel, die zum Sportboothafen führt. Danach schlendern wir die Promenade entlang bis zum Kreuzfahrtterminal. Der Shuttlebus bringt uns zurück zur Reflection.

La Spezia - Hafenbecken

La Spezia - Hafenbecken


Um 19:00 legt die Reflection ab. Zwischen Sunset Bar und Lawn Club laden bequeme Liegestühle zum Entspannen ein. Von dort aus genießen wir noch einmal den Blick auf La Spezia und die Küste.

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