Autor: Anne Plau

Über Nacht in Barcelona

In der Hauptstadt Kataloniens bleibt die Celebrity Reflection über Nacht, von morgens 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr am nächsten Nachmittag. Das ist bei einer Kreuzfahrt immer noch sehr selten, und wir genießen daher diesen langen Aufenthalt. Zudem ist Barcelona eine absolut sehenswerte Stadt, die wir bisher nur von einem Halbtagsbesuch her kennen.

Barcelona - Ronda Litoral mit dem Gebäude der Hafenverwaltung

Barcelona - Ronda Litoral mit dem Gebäude der Hafenverwaltung


Die Pier in Barcelona ist weitläufig, und der Hafenausgang ist mehr als einen Kilometer entfernt. Ein Hafenbus fährt jedoch regelmäßig die einzelnen Terminals an; zusätzlich setzt Celebrity Cruises einen Shuttlebus ein. Es dauert einige Zeit, bis die Hafenbehörden das Schiff freigeben, so dass wir erst um 11:00 Uhr zu unserem Landgang starten. Wir fahren mit dem Shuttlebus.

Die Rambla – das Herz von Barcelona

Barcelona - Blumenstand auf der Rambla

Barcelona - Blumenstand auf der Rambla


Unser erstes Ziel heute ist der Palau Güell, ein von Antoni Gaudí gebautes Stadtpalais. Es liegt nicht weit vom Hafen entfernt in einer Seitenstraße der Rambla. Diese wunderschöne schattige Promenade ist das Herz von Barcelona. Beidseitig Fahrbahnen, in der Mitte Fußgängerzone, Cafés, Kioske, Blumenstände. Die Rambla beginnt an der Columbussäule am Hafen und führt über 1,25 Kilometer bis zur Plaça de Catalunya.

Barcelona - La Rambla Barcelona - Placa Reial Barcelona - Palau Güell - Blick auf die Privatgemächer Barcelona - Palau Güell - Dachebene

 

Der Palau Güell liegt in der Carrer Nou de la Rambla, nur wenige Schritte links der Rambla. Vom Keller bis zur Dachterrasse ein beeindruckendes, gut durchdachtes frühes Werk von Antoni Gaudí. Architektur, Ausstattung, Einrichtung, alles passt hier zusammen. Die Besichtigung dauert etwa eine Stunde - natürlich kann man sich auch länger dort aufhalten - und ist unbedingt zu empfehlen.

Wir gehen zurück zur Rambla und weiter zur Plaça Reial, rechts der Rambla liegend. Ein schöner Platz. In der Mitte befindet sich ein Brunnen, rings herum Palmen, Cafés und Restaurants. Die Plaça Reial ist ein Platz, auf dem man sich trifft und gern aufhält. Wieder zurück auf der Rambla passieren wir das Teatre del Liceu, überqueren die Plaça de la Boqueria, bewundern das Miró-Mosaik mitten auf dem Platz und stoppen an der Markthalle „Mercat de la Boqueria“.

Barcelona - Marktstand im Mercat de la Boqueria

Barcelona - Marktstand im Mercat de la Boqueria


In früheren Zeiten war das ein Fleischmarkt - Boqueria bedeutet Fleischerei -, heute gibt es frische Lebensmittel jeder Art. Die Vielfalt ist überwältigend, man kann die Ware probieren, zum Teil werden komplette Essen angeboten. Die Markthalle ist auch ein Touristenmagnet und zu jeder Zeit ziemlich voll.

Im Barri Gotic

Wir gehen ein Stück die Rambla zurück, vorbei am Gaudí-Drachen, der das Eckhaus bewacht, und in das „Barri Gotic“, das gotische Viertel. Hier gibt es viele enge, winklige Gassen und liebevoll sanierte Gebäude, außerdem kleine Läden, Cafés und Tapasbars: es lohnt sich, einfach nur durch das Viertel zu gehen und zu schauen.

Barcelona - Blickfang an der Placa Boqueria Barcelona - Barri Gotic Barcelona - Palau de la Musica Catalana Barcelona - Palau de la Musica Catalana

 

Unser nächstes Ziel ist die Kathedrale La Seu. Leider ist es dort so voll, dass wir die Kathedrale nicht besichtigen können. Also gehen wir erst einmal weiter zum Palau de la Música Catalana. Auch hier haben wir Pech. Die nächste Führung ist erst in mehr als einer Stunde. So viel Zeit haben wir heute nicht. Wir beenden unseren Altstadt-Rundgang an der Plaça de Catalunya. Wir hatten gelesen, dass die Aussicht vom Café-Restaurant im obersten Stockwerk des Kaufhauses El Corte Ingles besonders schön sein soll. So ganz begeistert sind wir nicht. Die Aussicht ist überhaupt nicht vergleichbar mit der vom Dach des Palau Güell, von der Spitze der Columbussäule am Hafen oder vom Turm der Kathedrale.

An der Plaça de Catalunya steigen wir in die Metro - L3 in Richtung Zona Universitaria - bis zur Station Paral•lel. Im Bereich dieser Metrostation startet die „Funicular de Montjuïg“, das ist eine Standseilbahn, auf den Berg Montjuïg. Eigentlich muss man nur den Ausschilderungen folgen. Wir haben Probleme den Zugang zu finden, weil die Metrostation umgebaut wird. Ein kundiger Bahnmitarbeiter hilft uns.

Auf dem Montjuïg

Der 173 m hohe Montjuïg ist der Hausberg von Barcelona und sowohl bei Einwohnern als auch Touristen beliebtes Ausflugsgebiet. Hier befinden sich Sportstätten der Olympischen Sommerspiele von 1992, Parkanlagen, weltberühmte Museen, wie z.B. die Miró Stiftung, und das „Castell de Montjuïg“, eine weitläufige Festungsanlage. Die Standseilbahn geht bis auf die Höhe der Parks und Museen, zum Kastell geht es weiter mit einer Seilbahn, der „Telèferic de Montjuïg“.

Barcelona - Telèferic de MontjuÏg

Barcelona - Telèferic de MontjuÏg


Wegen der beherrschenden militärischen Lage 1640 als mittelalterliche Festung errichtet, wurde das Kastell in den folgenden Jahrhunderten unterschiedlich genutzt und immer wieder umgebaut. Heute befindet sich dort das militärhistorische Museum. Festung und Museum können besichtigt werden. Um die gesamte Anlage herum führt ein 1,9 Kilometer langer Fußweg. Inzwischen ist es allerdings so heiß, dass wir nur zu den nahe gelegenen Aussichtspunkten gehen. Die Aussicht vom Montjuïg ist atemberaubend, egal ob auf die Stadt, das Meer oder die Küste. Wir sehen im Hafen die Queen Elizabeth, die wir von einer Besichtigung in Hamburg kennen. Mit ihren Schwestern Mary 2 und Victoria sind wir schon gereist. Schöne Schiffe, interessante Touren.

Barcelona - Castell de MontjuÏc Barcelona - Castell de MontjuÏc Barcelona - World Trade Center mit Seilbahn Barcelona - Queen Elizabeth im Hafen von Barcelona

 

Wir wollen mit der Hafenseilbahn, der „Teleférico del puerto Barcelona“, zum Hafen hinunter fahren. Diese Luftseilbahn fährt von der Station Miramar auf dem Montjuïg über die Mittelstation am Word Trade Center, den 119 m hohen Torre Jaume I, bis zur Endstation in Barceloneta, den 86 m hohen Torre Sant Sebastià, und überquert dabei den alten Hafen. Da die Busse zu den Kreuzfahrtschiffen in der Nähe des World Trade Center abfahren, wollen wir dort aussteigen. Leider stoppt die Seilbahn nicht an der Mittelstation. Von der Endstation in Barceloneta zurück zur mittleren Station müssten wir ganz um den Hafen herum gehen, also etwa 2 ½ Kilometer. Das ist uns bei der heutigen Hitze zu weit. Also trinken wir noch etwas im Café Miramar, genießen die tolle Aussicht und gehen von dort zu Fuß zurück zum Hafen. Auch dieser Weg ist länger als einen Kilometer, und wir sind fix und fertig, als wir um 18:30 Uhr die Reflection erreichen.

Die magischen Wasserspiele „Font Mágica“

Heute Abend wollen wir noch zur Font Màgica, der magischen Musik- und Lichtshow in der Nähe der Plaça d’Espanya. Das heißt: Duschen, Essen am Buffet und wieder los. Mit dem Cruise Bus fahren wir zum Hafenausgang, gehen bis zur Metrostation auf der Rambla und nehmen die Bahn bis zur Plaça d’Espanya. Von dort gehen wir zwischen den beiden Türmen, die auch den Eingang zum Messegelände bilden, in Richtung Palau Nacional.

Barcelona - Font Magica - Blickrichtung Placa Espanya Barcelona - Font Magica mit dem Palau Nacional Barcelona - Font Magica vor dem Palau Nacional Barcelona - Font Magica

 

Hier befindet sich das Museum der katalanischen Kunst, direkt dahinter erhebt sich der Montjuïg, davor liegen die Brunnen der Font Màgica. Am Tag ist das eine zwar sehr schöne, aber nicht so spektakuläre Anlage. Mit Beginn der Dunkelheit wird es tatsächlich magisch, die Brunnen werden zu einer Komposition aus Wasser, Farbe und Musik. Durch mehr als 3.000 Wasserdüsen werden über 2.500 Liter Wasser pro Sekunde gepresst, die Fontänen sind bis zu 50 Meter hoch. Dazu wird Musik über eine äußerst leistungsfähige Soundanlage gespielt. Die Stücke variieren von Klassik bis Rock, wie zum Beispiel Chopins „Nocturnes“ oder „Sultans of Swing“ von den Dire Straits. Die Wasserspiele finden je nach Jahreszeit an drei bis fünf Tagen der Woche mehrmals ab Anbruch der Dunkelheit statt und dauern jeweils 20 bis 25 Minuten. Es herrscht Volksfeststimmung, die Shows sind aber trotz der Menschenmengen überaus sehens- und hörenswert.

Zurück zum Hafen fahren wir wieder mit der Metro und dann mit dem Cruise Bus. Auf dem Schiff gibt es noch einen Absacker und dann fallen wir todmüde ins Bett.

weiterlesen: Tag 5 - Barcelona