Celebrity Equinox - 11 Nächte Karibik Kreuzfahrt - 1. Tag Fort Lauderdale


Heute ist der große Tag. Wir checken auf der Celebrity Equinox ein. Mit dem Einchecken auf Schiffen machten wir schon die unterschiedlichsten Erfahrungen. Im September 2011 checkten wir in Civitavecchia beispielsweise zusammen mit einer Gruppe von 150 Australiern und Neuseeländern ein. Kein Wunder, dass dies zu signifikanten Verzögerungen im Ablauf führen musste. Diesmal verlief das Einchecken in der großen Halle mit den vielen Schaltern vorbildlich. An Bord wurden wir sogleich mit einem Glas Sekt und einem freundlichen Lächeln empfangen. Das Lächeln mussten wir über die gesamte Zeit nicht missen. Mit dem Sekt wurde dagegen sparsamer umgegangen.

Celebrity Equinox

Zuerst inspizierten wir unsere Balkonkabine auf Deck 8. Unser bleibender Eindruck war, modern, elegant und stilvoll; das würde passen. Inzwischen rührte sich der kleine Hunger. Schließlich waren wir schon wieder längere Zeit auf den Füßen. Grund genug, um das Oceanview Café, das Buffet-Restaurant auf Deck 14, aufzusuchen und etwas vom Essen zu kosten.

Auch hier täuscht der erste Eindruck nicht. Das Restaurant ist als Buffetrestaurant auf Effizienz ausgelegt. Hatten wir auf bestimmten Schiffen manchmal den Eindruck, dass deren Buffetrestaurants nicht einmal mit einer gut geführten Betriebskantine konkurrieren konnten, wartet die Celebrity Equinox nur mit positiven Wahrnehmungen auf. Die Stationen für die Ausgabe der Speisen sind sinnvoll über den großen Raum verteilt. Bestimmte Speiseangebote, z. B. Obst, sind an verschiedenen Stationen erhältlich. So können Wartezeiten gar nicht erst entstehen und die Wege bleiben kurz. Die Getränkestationen für Wasser, Säfte, Kaffee und Tee sind ebenfalls mehrfach vorhanden. Zwischendurch gehen Kellner(innen) herum, die aufpreispflichtige Getränke, z. B. Wein, anbieten. Und was besonders angenehm auffällt, die Abstände zwischen den Tischen sind komfortabel. Wir haben hier regelmäßig gefrühstückt und unseren Lunch eingenommen. Selbst bei starker Frequentierung kam niemals der Eindruck von Hetze bei den Gästen oder Schlampigkeit im Service auf. Und das wichtigste, die Qualität der Speisen war immer erstklassig. Das Restaurant verfügt über einen teils überdachten Außenbereich. Hier macht es an windstillen Tagen besondere Freude, zu sitzen und zu essen.

Bald darauf stand der Pflichttermin der Seenotübung an. Daran schloss sich ein Rundgang über das Schiff an. Überraschungen gab es nicht, schließlich hatten wir uns im Voraus intensiv mit der Equinox beschäftigt.

Zurück auf der Kabine stellten wir fest, dass einer unserer Koffer fehlte. Es war die Begleiterin, die bei der Kofferzustellung leer ausging. Wir warteten mehrere Stunden. Nichts geschah. Gegen Abend dann ein erstes Telefonat mit dem Guest Relation Desk. Die Reaktion geriet nach dem Motto „wait and see“. So lange wollten wir dann doch nicht warten. Vielleicht stand der Koffer ja mutterseelenallein im Hafen von Fort Lauderdale. Vielleicht wurde er als unidentifizierte Fundsache von eifrigen Heimatschützern der USA inzwischen gesprengt? Alles wäre denkbar gewesen. Wir gingen hinunter zum Guest Desk. Dort erhielten wir den Hinweis, dass es möglich wäre, dass der Koffer noch bei der Security herumstünde, weil möglicherweise Alkohol im Koffer sei? Wir kennen die Spielregeln an Bord eines Schiffes. Bei uns ist kein Alkohol im Koffer. Wir besuchten die Security, aber die saß nur noch auf einer Handvoll Koffer. Unserer war nicht dabei. Mir, dem Berichterstatter, drohten die Gesichtszüge zu entgleiten. Bevor das passierte, gingen wir zurück zum Guest Desk und baten hinsichtlich des fehlenden Koffers um etwas mehr Zuwendung und Engagement. Eine halbe Stunde später wurde die Zustellung des Koffers angekündigt.

Wir gingen inzwischen zum Abendessen. Der Herr geschniegelt und gebügelt. Die Begleiterin so, wie sie den ganzen Tag in Miami und Hollywood Beach / Florida herumgelaufen war. Keine befriedigende Situation. Wir hatten uns für die Select Dining Option entschieden. Select Dining bedeutet, dass man innerhalb einer großzügig bemessenen Kernzeit zu Tisch geht, so wie es gefällt. Wir kannten das System von der Mariner of the Seas. Dort funktionierte es vorzüglich. Hier, an Bord der Celebrity Equinox, gab es in den ersten Tagen Wartezeiten von 5 bis 10 Minuten, bis wir platziert werden konnten. Gegen Ende der Reise waren die Zeiten dann erträglich.

Für diese Variante wird ¼ des doppelstöckigen Speisesaals frei gehalten. Schon am ersten Tag saßen wir an einem Tisch für 8 Personen und gerieten als einzige Deutsche in eine bunt gemischte Gruppe von Amerikanern. So sollte es die ganze Zeit über bleiben. Wir wurden an Tischen für 4 bis 8 Personen platziert. Das nennt sich „Sharing“. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, einen Zweiertisch zu verlangen. Wir wissen nicht, wie es dabei mit Wartezeiten aussieht, denken jedoch, dass das nicht so vergnüglich sein kann. Mit der Sharing-Variante ist man im Vorteil. Generell gilt, dass es in dem großen doppelstöckigen Speiseraum sehr laut zugeht. Eine Werkhalle bei Thyssen Krupp stellen wir uns als Oase der Stille vor. In den Spezialitätenrestaurants ist der Gast hinsichtlich der Geräuschkulisse wesentlich besser aufgehoben.

Celebrity Equinox - Silhouette Dining Room

Und wie dürfen Speis’ und Trank bewertet werden? Exzellent ist sicherlich nicht die falscheste Einschätzung für die Leistung von Küche und Keller. So blieb es über die gesamte Dauer der Reise. Wir sind immer wieder verblüfft, wie es die Köche an Bord der Schiffe schaffen, für die vielen Menschen eine hochwertige Küche zu bieten. Da mochten wir so gar nicht in die noblen und elitären Spezialitätenrestaurants an Bord des Schiffes, z. B. das Murano oder das Tuscan Grille ausweichen.

Select Dining bringt es mit sich, dass wir mehrere Tischkellner kennenlernten. Jeder der Kellner beherrschte sein Handwerk aus dem Effeff. Die Sommeliers erfreuten ebenso. Es gab nichts zu beklagen.

Nach Rückkehr aus dem Restaurant stand der fehlende Koffer im Zimmer. Was er die ganze Zeit an Bord des Schiffes getrieben hatte, wollte er uns nicht verraten. Unsere Stimmung war nach dem guten Essen mittlerweile deutlich verbessert. Da konnte uns das späte Auspacken des Koffers nichts mehr anhaben. - Danach ging es noch einmal hinaus ins Schiffsleben. Schließlich wollten die Bars und Lounges dieses großen Kreuzfahrtschiffs betrachtet und erkundet werden. Heute und an den nächsten Tagen wollten wir „unsere“ schönste Bar küren.

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