Autor: Anne Plau

Amber Cove liegt an der Nordküste der Dominikanischen Republik westlich von Puerto Plata in einer landschaftlich sehr malerischen Bucht mit grünen Hügeln als Hintergrund.

Blick vom Kreuzfahrtschiff auf Amber Cove

Blick vom Kreuzfahrtschiff auf Amber Cove

Amber Cove – ein „privates Paradies“

Die Carnival Corporation hat dort rund 85 Mio. US-Dollar investiert und auf einem weitläufigen Areal ein privates Kreuzfahrtcenter und Freizeitresort gebaut. Es gibt Shops mit üppiger Auswahl vom Kunsthandwerk bis zum Diamanten, eine Touristeninformation, sehr einladend gestaltete Bars und Restaurants. Ein großzügig überdachter und damit schattiger Bereich, an dem die an Bord gebuchten Ausflugstouren starten und enden, ist vorhanden.

Amber Cove - Abfertigungsbereich der Gruppenreisen

Amber Cove - Abfertigungsbereich der Gruppenreisen


Dort warten auch die Taxen der Amber Cove Taxi Kooperative, die Fahrten zu festgesetzten Tarifen verkaufen. Für das Freizeitvergnügen sind Pools, Cabanas am und im Meer, Wassersportcenter und sogar eine Zipline vorhanden. Ins Meer führt eine Schiffsmole, an der gleichzeitig zwei Kreuzfahrtschiffe anlegen können. Die Mole entlang vom Schiffsausgang bis zum Welcome Center an Land kann sich jeder, der das möchte, mit einer Fahrradrikscha fahren lassen. Das ganze Gelände ist eingezäunt und abgeschirmt wie ein Hochsicherheitstrakt und wird von Security Personal bewacht.

Amber Cove - Sicherheitstrakt

Amber Cove - Sicherheitstrakt


Wir widerstehen den durchaus attraktiven Tourangeboten von Holland America und denen der Taxi Corporation, die hier die Preise diktieren, und verlassen zu Fuß das Resort. Das ist unbequem, aber nicht unmöglich. Unbequem deswegen, weil bis zum Ausgang ein etwa 300 m langer Weg ohne jeglichen Schatten führt. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen von über 30° kommt uns das recht lang vor.

Die Taxen, die direkt hinter dem Eingangstor warten, sind nicht so schick wie die im Resort, die Fahrer haben auch keine Uniformen, dafür zahlen wir hier nur die Hälfte des vorher verlangten Preises.

Amber Cove - Nicht autorisierte Taxifahrer

Amber Cove - Nicht autorisierte Taxifahrer

Seilbahnfahren in der Karibik

Wir wollen uns heute Puerto Plata ansehen, und zwar zunächst vom Berg aus. Ein Taxi bringt uns für 20 US-Dollar zum Hausberg von Puerto Plata, dem Pico Isabel de Torres. Von dort aus geht es mit der einzigen Seilbahn in der Karibik auf über 700 Meter Höhe. Es gibt nur einen Stützpfeiler auf dem Weg nach oben, jede Kabine fasst 20 Personen, und das Ticket kostet hin und zurück 8 US-Dollar. Die Fahrt ist super. Man kann weit über Land und Meer sehen, zumindest so lange, bis wir in dichte Wolken geraten.

Puerto Plata - Selbahngondel

Puerto Plata - Selbahngondel


Oben finden wir das Wahrzeichen des Pico Isabel de Torres, eine Nachbildung der Cristo Redentor Statue vom Corcovado in Rio de Janeiro und einen schönen botanischen Garten, den Nationalpark Isabel de Torres.

Puerto Plata - Cristo Redentor-Statue

Puerto Plata - Cristo Redentor-Statue


Durch das Gelände führen verschlungene Pfade, die sauber, sicher und gut ausgeschildert sind. Es gibt kleine Bäche und Höhlen und eine vielfältige Pflanzen- und Vogelwelt. Hier kann man sich gut einige Stunden aufhalten.

Puerto Platas attraktives Zentrum

Von der Seilbahn aus fahren wir mit einer der wartenden Taxen ins Zentrum von Puerto Plata. Am Parque Central besichtigen wir die Kathedrale San Felipe Apóstol, eine schöne helle Kirche, die zu einem Aufenthalt einlädt.

Puerto Plata - Catedral San Felipe Apostol

Puerto Plata - Catedral San Felipe Apostol


Etwas behindert durch Verschönerungsarbeiten überall im Stadtbild, finden wir das Bernstein Museum nicht auf Anhieb. Die Dominikanische Republik hat umfangreiche Bernsteinvorkommen, und im Museum kann man alles über Bernstein erfahren und natürlich auch Bernstein als Souvenir kaufen.

Eine Pause machen wir an der Avenida General Luperón, genannt Malecón. Der Malecón führt am Atlantik entlang, auf der Seite zur Stadt hin laden Restaurants, Cafés und Bars zum Verweilen ein, auf der anderen Seite hat man wunderschöne Ausblicke auf das Meer.

Puerto Plata - Der Atlantik vor dem Malecon

Puerto Plata - Der Atlantik vor dem Malecon


In einem Park am Ende des Malecón liegt das Fortalezza San Felipe. Wir beenden hier unseren Ausflug und nehmen ein Taxi zurück nach Amber Cove. 

Puerto Plata hat uns gut gefallen.

Puerto Plata - Souvenirlladen

Puerto Plata - Souvenirlladen


Nach Abschluss aller Bauarbeiten wird es sicher noch ansprechender als es schon jetzt ist. Wir haben uns auch sehr sicher gefühlt, was nicht zuletzt auf die allgegenwärtige Tourismuspolizei und die ebenfalls überaus präsente Policia National zurückzuführen ist. Als Nachteil empfinde ich die vielen Guides und Dispatcher, sowohl an der Seilbahn als auch in der Stadt. Man kann kaum einen Schritt gehen ohne angesprochen zu werden. Es grenzt an Belästigung.

Zurück in Amber Cove

Mit Amber Cover erreichen wir wieder unser tropisches Bilderbuchdorf.

Amber Cove - Das Bilderbuchdorf

Amber Cove - Das Bilderbuchdorf


Wir begegnen diesem Pseudo-Paradies mit viel Misstrauen. Ob Half Moon Cay, Grand Turk Cruise Center, Amber Cove oder vergleichbare Destinationen, wie sie von vielen Reedereien angeboten werden, all diese Resorts sind austauschbar. Viele Mitreisende suchen jedoch exakt diese Art des Vergnügens an Land, und man kann keiner Reederei einen Vorwurf machen, wenn sie die Wünsche ihrer Klientel erfüllt. Und das zu teilweise äußerst hohen Preisen, die offensichtlich anstandslos hingenommen werden.

Amber Cove - Badelandschaft

Amber Cove - Badelandschaft

Gepflegt speisen

Abends essen wir wieder im Bedienrestaurant. Das Open Dining Konzept klappt auf der Koningsdam nicht so richtig. Auf anderen Schiffen waren komplette Teilbereiche für diese Art der flexiblen Essenszeit reserviert. Hier haben wir das Gefühl, ohne vorherige Reservierung immer einen „Katzentisch“ zu bekommen, an dem auch der ansonsten so hervorragende Service nicht funktioniert. Erst nachdem wir uns zweimal beschwert haben, wird die Situation besser. Die hohe Qualität der Speisen hat darunter auch nicht gelitten, diese war immer außergewöhnlich gut.

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