Mein Schiff – 14 Nächte Karibik Kreuzfahrt – 11. Tag Dominica


An diesem Montag legte Mein Schiff im Hafen von Roseau auf Dominica an. Die Karte weist die Inselhauptstadt Roseau als im ersten unteren Viertel der Insel gelegen aus. Die Fläche Dominicas beträgt 751 km², das entspricht der 7½fachen Größe von Sylt. Da endet aber schon die Vergleichbarkeit mit Sylt. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Sie wird von Norden nach Süden von einer 900 Meter hohen Bergkette durchzogen. Die höchste Erhebung, der Morne Diablotin ist 1.447 Meter hoch. Das Inselklima ist tropisch, d. h. feuchtheiß. Dichter Regenwald überzieht die Insel. Im Regenwald sollen die Boa Constrictor, Leguane und Kaiseramazonen ihr zuhause haben. Giftschlangen fehlen. Und noch etwas, das kleine Dominica ist eines der ärmsten Länder der Region.

Der Kreuzfahrttourist muss sich entscheiden, was er tun will. Dominica wird nicht unbedingt wegen seiner Strände besucht. Eine der Inselattraktionen ist die Aerial Tram, eine Seilbahn, die über den Baumwipfeln fährt und spektakuläre Einblicke in das Ökosystem des Regenwalds gewährt. Als zweite Attraktion gilt der Emerald Pool im etwa 7.000 ha großen Naturpark Morne Trois Pitons. Der Nationalpark ist seit 1997 UNESCO Weltnaturerbe.

Zusammen mit anderen Reisenden eroberten wir ein Sammeltaxi. Wieder war uns das Glück in der Person eines guten und engagierten Fahrer hold. Zügig ging es vorbei am Küstenort Mahaut in Richtung der Berge und des Regenwaldes. Auf dem Weg ins Inselinnere fuhren wir an einem größeren Fluss entlang, auf dem Kanuten, vermutlich Kreuzfahrer von Mein Schiff, sich mit Kanus vergnügten. Es heißt, die Insel habe 360 Flüsse und Bäche. Nicht schlecht. Der im Nationalpark Morne Trois Pitons gelegene Boiling Lake, ein fast bis zum Kochen erhitzter Kratersee von 100 Metern Durchmesser, war nicht unser Ziel. Der Weg zu diesem See ist härter gesottenen Gemütern als uns vorbehalten. Wie wir hören, erfordert dieser Weg den echten Abenteurer.

Regenwald auf Dominica

Unser Ziel war der Emerald Pool, ein kleiner See im Regenwald. Von einem Parkplatz mit einer Art Snackbar und Toilettenanlagen führen Park Ranger den Besucher etwa eine Viertelstunde über gute Wege mit Aussichtspunkten zu einem kleinen Bergsee, der von einem 12 Meter hohen Wasserfall gespeist wird. Drumherum ist Fels und üppige Vegetation. Junge Pflanzen drängen sich dem Licht entgegen. In den höheren Bäumen gedeihen Epiphyten. Riesige Baumfarne machen staunen. Abgehärtete Naturen baden in dem doch recht kalten Wasser. Hier kann man(n) noch den Tarzan geben. Zwei deutlich größere Wasserfälle sahen wir dann noch auf dem Rückweg zum Parkplatz. Auf unserem Weg begleitete uns leichter, andauernder Regen. Kein Wunder, wir waren schließlich im Regenwald.

Der Morne Trois Pitons Naturpark kann seinen vulkanischen Ursprung nicht verhehlen. Im Anschluss an den Emerald Pool zeigte uns unser Fahrer einige Schwefelquellen. Solche kannten wir zwar schon von St. Lucia. Es beeindruckt jedoch immer wieder, diese Ausdünstungen der Natur zu erleben. Auf dem Rückweg wurde noch ein Stop im botanischen Garten von Roseau eingelegt. In Europa haben wir zwar andere Vorstellungen von botanischen Gärten, lehrreich war es dort dennoch. Zum ersten Mal sahen wir einen Canon Ball Tree. Dieser hoch wachsende und schön blühende Baum produziert Früchte, groß und rund wie Kanonenkugeln. Ebenso interessant war es, einen Blick auf einen Baobab Baum zu werfen, der von einem Hurrikan umgeworfen wurde und dabei einen Schulbus zerquetschte. Glücklicherweise erlitt niemand außer dem völlig zerstörten Bus einen Schaden.

Schwefelquellen auf Dominica

Wir können es nicht verhehlen, das 11.000 Einwohner zählende Roseau war nicht unser Traumziel. Deshalb zogen wir es vor, nach der fünfstündigen Exkursion wieder an Bord zu gehen, ohne uns noch intensiv mit Roseau beschäftigt zu haben.

Die am frühen Morgen in der Nähe von Mein Schiff ankernde Megajacht „A“ des russischen Milliardärs A. Melnichenko war entschwunden. Nie zuvor hatten wir ein Jachtdesign im Stil eines Militärschiffes gesehen. Wären nicht drei verglaste Decks zu sehen gewesen, hätte man bei diesem weißgrauen Schiff an ein aufgetauchtes U-Boot denken können. Das 118 Meter lange Schiff ist wirklich ein tolles Teil.

Megajacht „A“

Was passierte noch? Ach ja, um halb neun am Abend präsentierte die Bord-Band unterstützt von einem Sänger ihr Frank Sinatra-Programm. Im Theater lief die Tango-Show „Tango Fatal“ und im Casino gab es ein Black Jack Turnier. Alles wie gehabt.