Brilliance of the Seas - 13 Nächte Transatlantik Westbound - 8. bis 13. Schiffstag - Seetage


Samstag

Drei Seetage liegen zwischen Reykjavik und St. John’s/Neufundland. Der „Cruise Compass“ dieses Tages fordert die Schiffsgäste auf, sich noch das St. John’s Tourticket zu sichern, u. a. auch den Zugang zur Titanic-Ausstellung im Museum.

Und wieder kommt es anders als ursprünglich geplant. Kapitän Sorensens Team hat neue, schwere Sturmgebiete über dem Nordatlantik ausfindig gemacht, denen auszuweichen ist. Wir ahnen es bereits: Damit ist St. John’s von der Schiffsroute gestrichen. Die Brilliance of the Seas wird auf direktem Weg Newark/New Jersey ansteuern. Nichts ist es mit St. John’s auf Neufundland.

Der Kapitän lässt das Schiff zuerst einmal auf einem unverfänglichen Kurs in Richtung Grönland „segeln“. Wir fahren mit der „satten“ Geschwindigkeit von sieben bis acht Meilen in der Stunde Newark entgegen, um auf diese Weise dem drohenden Sturm auszuweichen. Nachmittags um 15:00 Uhr erläutert der Kapitän in der Informationsrunde „Secrets of the Ships Navigation“ seine Entscheidung, den Kurs zu ändern und begründet auch, weshalb es nicht möglich sei, anstelle von St. John’s den kanadischen Hafen Halifax oder den US-Hafen Boston anzulaufen. Der Argumentation ist schwer zu folgen. Aber gut, wir wissen zu wenig von den Gepflogenheiten der Hochsee-Schifffahrt, um in dieser Angelegenheit Kritik zu üben.

Secrets of Ship Navigation

Das Leben an Bord geht weiter. Uns werden eine Kunstauktion, der Verkauf von Designeruhren und vieles mehr geboten. Froh sind wir aber nicht. Dafür hatten wir uns vorher zu sehr auf Neufundland gefreut.  Zum Trost heitert uns unser Kabinensteward mit einer kleinen Überraschung auf.

Eine kleine Überraschung des Kabinenstewards

Sonntag

Um 9:17 Uhr Schiffszeit zeigt das Bordfernsehen die Brilliance of the Seas auf Südkurs. Das Schiff läuft mit „sagenhaften“ 7,8 Knoten in der Stunde seinem Ziel Newark entgegen. Es ist also alles wie am Vortag. Von einem Sturmgebiet weit und breit nichts zu sehen. Die See ist beinahe spiegelglatt. Der Himmel blau, ohne eine Wolke.

Spiegelglatte See

Wir wandern übers Schiff. Zum wiederholten Male versuchen wir an Bord Neues zu entdecken. Viel Zeit verbringen wir im Innenpool-Areal, dem Solarium. Hier sind immer bei angenehmen Temperaturen zwei freie Plätze zum Lesen und Entspannen zu finden.

Ruhezone im Solarium

Für den Abend wird raue See vorausgesagt. Die für den Abend angesetzte Tanzshow wird aus Sicherheitsgründen abgesagt. Eine richtige Entscheidung. Gegen Abend geräte das Schiff in extrem schwere See, wie wir sie bislang nicht erlebt hatten. Die vier außen liegenden der sechs Panoramaaufzüge werden zur Sicherheit still gelegt. 

Montag

Alles geht vorüber. In der Nacht flaute der Sturm ab. Ein weiterer Schiffstag, der sich von den vorherigen Tagen nicht unterscheidet. Die Brücke berichtet von Delfinen und Orca-Walen. Uns bleibt der Anblick wieder verwehrt. Die Bordaktivitäten sind entsprechend. Hier folgt eine kleine Auswahl. - Um 11:00 geht es um bewusstes Essen. Beim Blick auf einzelne, stark übergewichtige Gäste scheint uns dies ein wichtiges Thema zu sein. Um 13:00 kann man lernen, verrückte Hüte zu zaubern. Nichts für uns. Um 14:00 Uhr gibt es Sambastunden in der Starquest Lounge. Und um 16:00 lernt der Gast etwas über mysteriöse Todesfälle in Hollywood. Im kleinen Bordkino wird der Film „The Artist“ gezeigt. Und im Spa verabreicht Dr. Hernandez Botox-Behandlungen.

Am Abend folgt die verschobene Show Now & Forever. Sie ist eine Huldigung an Cole Porter und ABBA. Vier bestens aufgelegte Sängerinnen und Sänger, sechs Tänzer und das Bordorchester geben ihr Bestes. Vom Schnürboden kommen ständig neue Kulissen herab. Die Show ist die aufwendigste Inszenierung, der wir bisher beigewohnt haben. 

Dienstag

Heute sollten wir in St. John’s/Neufundland sein. Am späteren Nachmittag werden wir es sogar noch aus der Ferne sehen können. Hinkommen werden wir aber nicht. Über das Wetter sollte sich niemand beschweren. Der Atlantik ist den ganzen Tag lang beinahe spiegelglatt. Der reinste Ententeich. Die Sonne scheint den ganzen Tag. Die Außentemperaturen  steigen auf 15 Grad Celsius. 

Neufundland aus der Ferne

Nach 13:00 Uhr kommt Neptun an Bord. Kapitän Sorensen und einige Offiziere begrüßen ihn und müssen sich seinem Regiment unterwerfen, was damit endet, dass einige der Damen und Herren der Schiffsführung sich in voller Bekleidung im Pool wieder finden. Mengen an Götterspeise, Fisch und anderen „Spezialitäten“ werden zuvor über den erlauchten Häuptern ausgegossen. Vorsichtshalber tritt der Kapitän in Badelatschen auf. Seine Lederjacke mit den Kapitänsemblemen darf er vorher noch ausziehen. Die wenig appetitliche Vorstellung ertragen sie mit Fassung. Für einige von ihnen dürfte es nicht das erste Mal gewesen sein, dass sie sich auf diese Weise produzieren durften. Daraus lernen wir, dass der Kapitän, einige seiner Offiziere und die Kreuzfahrtdirektorin es bei solchen Angelegenheiten an Bord nicht immer leicht haben.

Der Kapitän begrüßt Neptun

Wir, die unbeteiligten Zuschauer, erhalten später jeder eine hübsche Urkunde die uns bestätigt, dass wir erfolgreich den Atlantik gequert haben. Und so fließt der Tag dahin.

Abends wird im Theater die Center Stage Show präsentiert. Der Zusatztitel lautet „A Celebration of Live Music“. Wie immer sind die Musiker, Sänger und Tänzer in Topform. Noch später findet im Colony Club unter der Leitung der Kreuzfahrtdirektorin Anna die „Quest Gameshow“ statt. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „wild, verrückt und süchtig machend“. Wir finden das nicht und verziehen uns in andere Bereiche.

Mittwoch

Das Bordprogramm dieses Tages ist umfangreich wie immer. Um 10:00 Uhr morgens lädt bereits das Kasino mit Sonderaktionen ein. Um 13:00 Uhr wird die letzte Kunstauktion der Tour geboten. Etwas später, um 14:00 Uhr, findet ein Mambo-Tanzkurs statt. Designeruhren werden ab 15:00 Uhr zum Kauf angeboten.

Ein besonderes Event ist die Leistungsshow der Küche, die außerhalb der Restaurants abläuft. In den Lounges und im Atrium sind ab 13:30 Uhr Stationen mit verlockenden Leckereien aufgebaut, die den vorbei defilierenden Gästen geradezu aufgedrängt werden. Auch wir sind dabei. Alles, was wir kosten schmeckt sehr lecker.

Am späten Abend wohnen wir im Theater noch dem Finale der Staffel „Dancing with the Stripes“ bei. Tanzpaare, die jeweils aus Offizieren oder Managern des Schiffs und einem professionellen Partner der Tanztruppe gebildet werden, tanzen um die „Ballroom Championship“ des Schiffs. Hier ist wieder einmal der Kapitän unverzichtbar, der als einer der Juroren fungiert.

Donnerstag

Der letzte unbeschwerte Tag auf See ist angebrochen. Die Brilliance of the Seas fährt seit längerer Zeit wieder mit normaler Marschgeschwindigkeit auf südlichem Kurs entlang der amerikanischen Ostküste in Richtung Newark/New Jersey. Morgen früh werden wir als krönenden Abschluss New Yorks Freiheitsstatue aus nächster Nähe sehen.

Für Sportliche beginnt der Vormittag mit einem Meilen-Marsch zugunsten der „Make-a-Wish-Foundation“. Für derartige Veranstaltungen engagieren sich auf Schiffen der Royal Caribbean immer genügend Läufer, die durch den Kauf von T-Shirts diese nützlichen Aktivitäten zugunsten schwer kranker Kinder unterstützen. Am Nachmittag haben wir über längere Zeit Kontakt mit Delfinen, die das Schiff begleiten.

Unerwartete Begegnung mit Delfinen

Um 15:00 Uhr startet im Theater die Talentshow der Gäste. Wir ersparen uns dieses und nehmen stattdessen an der erbetenen Brückenbesichtigung, dem Besuch der Galley und des Theaters teil. Später dann, vor dem Abendessen, machen wir noch Betsy Medrano, der Concierge, an ihrem Arbeitsplatz im Concierge Club unsere Aufwartung. Der Concierge Club ist der kleine, feine Aufenthaltsort der Suitengäste. Häppchen und gute Getränke warten hier auf die wohlhabendere Suiten-Klientel. Etwas beengt geht es im Moment in der Lounge schon zu. Dennoch sind wir willkommen. Vielen Dank, Betsy.

Die Concierge der Brilliance of the Seas

Abends heißt es Koffer packen. In Hinblick auf die morgige Ausschiffung haben die Koffer bis 23:00 Uhr vor der Kabinentür zu stehen. Als wir um diese Zeit von einem letzten Streifzug durch das Schiff zurückkommen, ist die Crew schon eifrig mit dem Einsammeln der Koffer beschäftigt.

Ehe wir es vergessen, sehr spät am Abend haben wir noch eine Schiffsbegegnung mit Cunards Queen Mary 2. Sie ist ein weniger schneller als die "Brilliance" in Richtung New York unterwegs. Das letzte Mal sahen wir das imposante Schiff während der Cruise Days Hamburg 2012 in ganzer Pracht und Schönheit aus nächster Nähe.

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